Tarif am HKZ bleibt gültig -Rotenburger Klinik bleibt eigene Gesellschaft

Steht zum Kauf: Die Zukunft des Herz- und Kreislaufzentrums Rotenburg dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden. Fotos: Janz

Rotenburg. Vor den Ausschüssen des Kreistags sind nur wenige Details über den geplanten Kauf des HKZ durch das Klinikum Bad Hersfeld öffentlich geworden.

Ein Aspekt ist allerdings vor allem für die Mitarbeiter der beiden Häuser wichtig.

Gesellschaftsrechtlich wird sich am Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg auch nach der Übernahme nichts ändern. Die HKZ-Betriebsgesellschaft bleibt eine GmbH und Co. KG, deren Gesellschafter dann aber nur noch das Klinikum sein wird. „Der Arbeitgeber in Rotenburg ändert sich nicht“, erklärte Landrat Dr. Michael Koch auf eine Nachfrage der FDP-Fraktionsvorsitzenden Inge Bartholomäus.

Sascha Leese

Für die Mitarbeiter bedeutet das, dass ihre Arbeitsverträge unverändert weiterbestehen und somit der geltende Tarifvertrag am HKZ auch in Zukunft angewendet wird. Ein Übergang der Mitarbeiter auf das Klinikum, an dem nach öffentlichem Tarif bezahlt wird, ist nicht vorgesehen. Sie werden daher auch nicht in den Genuss der Zusatzversorgungskasse als zusätzliche Altersversorgung gelangen, die eine erhebliche finanzielle Belastung für öffentliche Häuser wie das Klinikum darstellt.

Bartholomäus fragte auch danach, ob in Zukunft Mitarbeiter am Klinikum oder am HKZ angestellt werden, was Einfluss auf ihre Bezahlung hätte. Sollte dann Personal zum HKZ-Tarif am Klinikum arbeiten, „sehe ich den sozialen Frieden in beiden Kliniken gefährdet“, sagte Bartholomäus.

Landrat Koch verwies lediglich darauf, dass diese Fragen in nicht-öffentlicher Sitzung mit den Fraktionsvorsitzenden bereits beantwortet wurden. Öffentlich wollte er sich nicht dazu äußern.

Diese Zurückhaltung bekräftigte auch Prof. Dr. Sascha Leese, der das Klinikum beim Kauf des HKZ berät. Die Verträge seien zwar beurkundet, aber ohne die Zustimmung von Kreistag und den Kommanditisten der HKZ-Mutter Pergola noch nicht wirksam. Auch das Regierungspräsidium hat bei dem Vertrag noch ein Wörtchen mitzureden.

Solange das Bieterverfahren um das HKZ noch nicht entschieden sei, könnten keine Details offengelegt werden, sagte Leese: „Kein anderer Mitbewerber würde sich in öffentlicher Diskussion über Interna äußern.“ Die Rhön-Klinikum AG, die nach Informationen unserer Zeitung ebenfalls auf das HKZ bietet, bestätigt öffentlich noch nicht einmal ihr Interesse an der Rotenburger Klinik.

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