Pergola-Gesellschafter stimmen nach langer Diskussion zu

98 Prozent Zustimmung: Verkauf des HKZ ans Klinikum ist perfekt

Rotenburg. Das Klinikum Bad Hersfeld darf das Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg (HKZ) übernehmen.

Nach langer Diskussion haben die Gesellschafter der HKZ-Muttergesellschaft Pergola dem Verkauf am Donnerstagabend mit überwältigender Mehrheit zugestimmt.

Wie unsere Zeitung aus sicherer Quelle erfahren hat, haben die Kommanditisten das Angebot des kreiseigenen Klinikums mit einer Mehrheit von 98 Prozent angenommen – notwendig waren 75 Prozent. Von den 834 Kommanditisten waren knapp drei Viertel persönlich oder durch Stimmübertragung vertreten.

Landrat Dr. Michael Koch wertete den Verkauf in einer ersten Stellungnahme als „Gewinn für die Region.“ Nach Informationen unserer Zeitung war diese Pressemitteilung nicht mit dem HKZ abgestimmt, obwohl man sich im Vorfeld vertraglich festgelegt hatte, die Öffentlichkeit gemeinsam zu informieren.

Über sieben Stunden dauerte die Versammlung. Teilnehmer berichten von einer hitzigen Diskussion. Der Aufsichtsrat musste einige kritische Fragen beantworten. Dabei ging es unter anderem darum, warum die renommierte Spezialklinik, die 2001 schon einmal insolvent war, nun erneut vor der Zahlungsunfähigkeit steht.

Eine Alternative zum Angebot des Klinikums tauchte aber auch in der Diskussion nicht mehr auf, sodass die Gesellschafter mit großer Mehrheit für den Verkauf stimmten. Berater der Pergola hatten deutlich gemacht, dass dem HKZ sonst die Insolvenz droht.

Das Angebot des Klinikums hat laut Landrat Dr. Michael Koch einen Umfang von 100 Millionen Euro. Darin enthalten sind neben dem Kaufpreis Investitionen für das baulich marode HKZ und die Übernahme der Schulden Damit der Vertrag wirksam wird, müssen noch einige Bedingungen erfüllt werden. So muss unter anderem das Regierungspräsidium zustimmen.

Aktualisiert um 19.35 Uhr.

Der Verkauf des HKZ gliedert sich in mehrere Teile, da der Klinikbetrieb und der Immobilienbesitz in zwei Gesellschaften aufgespalten ist. Das Klinikum Bad Hersfeld, das 12,5 Prozent an der HKZ-Betriebsgesellschaft hält, übernimmt von der HKZ-Mutter Pergola ihre Anteile (82,5 Prozent) sowie die Immobilien. Diese werden an die Betriebsgesellschaft übertragen, sodass das HKZ keine Grundsteuer mehr zahlt (über 400 000 Euro im Jahr). Auch die etwa 20 Millionen Euro Restschulden aus der HKZ-Insolvenz 2001 werden vom Klinikum übernommen. Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Christian Vallbracht will seine fünf Prozent nun ebenfalls ans Klinikum verkaufen.

Wie der Verhandlungstag verlaufen ist und eine Chronik des wechselhaften Weges, den die Verkaufsverhandlungen genommen haben, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe unserer Zeitung.

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