Vertrag soll neu verhandelt werden

Waldbestattungen: Noch keine Ruhe im Forst bei Rotenburg

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Bestattungen in Wäldern: Das soll auch künftig in Rotenburg möglich sein. Doch bisher ist noch nichts entschieden.

Rotenburg. Die Entscheidung, ob auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes in Rotenburg ein Bestattungswald eingerichtet wird, ist erneut verschoben worden. Der Vertrag müsse noch verhandelt werden, hieß es in der jüngsten Stadtverordnetensitzung.

Grund ist ein neues finanzielles Angebot im Zuge der Vertragsverhandlungen zwischen der Behörde Bundesforst, die den Eigentümer der Fläche, den Bund, vertritt, und der Stadt, die Trägerin sein soll. Weiterer Partner ist „Ruheforst“, ein Unternehmen, das die Vermarktung des Bestattungswaldes übernehmen soll.

Noch am Donnerstag, also dem Tag der Stadtverordnetensitzung hatte Bundesforst finanziell erheblich nachgebessert. Das berichtete Bürgermeister Christian Grunwald den Stadtverordneten am Abend. Außerdem werde die Stadt nicht mehr für die Begräbnisse zuständig sein und müsse nur noch Verwaltungsaufgaben erledigen. Ursprünglich sollte sie Bauhof-Mitarbeiter für die Bestattungen stellen und dabei mit einer nach Ansicht der Stadt völlig unzulänglichen Summe vergütet werden.

Mehrheit für neuen Termin

Grunwald beantragte, einen neuen Vertragsentwurf erarbeiten zu lassen und diesen dann in der Sitzung am 3. November zur Abstimmung vorzulegen. CDU und SPD sowie der neue FDP-Vertreter Karsten Prenzel stimmten diesem Antrag zu. Einzig die UBR sprach sich dagegen aus: Das ursprüngliche Vertragsangebot sei eine „Frechheit“ gewesen, befand Fraktionsvorsitzender Hartmut Grünewald. Bundesforst habe versucht, die Stadt zu „übertölpeln“. Für weitere Verhandlungen sei es nun zu spät, meinte er. Außerdem entstehe durch einen Bestattungswald eine Konkurrenz zum städtischen Friedpark auf dem Dickenrücker Friedhof, der aktuell sehr gut angenommen werde. 

Jeder, der künftig den Bestattungswald bevorzuge, fehle der Stadt auf der Einnahmenseite und trage damit zur Destabilisierung der städtischen Friedhofsgebühren bei. Insgesamt wurde von Stadtverordneten Kritik an der Verhandlungsführung der Stadt laut. Die Verhandlungen waren während des Urlaubs des Bürgermeisters geführt worden. 

SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Heise meinte, zu solchen Gesprächen solle „Hans und nicht Hänschen“ geschickt werden. Grunwald sprang für die Verwaltung und seine Stellvertreterin Ursula Ender in die Bresche: Verhandlungen würden unabhängig von der Person seitens der Stadt immer von „Hans“ geführt, also von kompetenten Partnern.

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