Sicherheit vor Gericht: In Rotenburg werden Justizwachtmeister ausgebildet

Rotenburg. Justizwachtmeister sorgen an deutschen Gerichten für die Sicherheit. Sie werden seit Kurzem in Rotenburg ausgebildet.

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat bei ihrem Besuch des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg auch eine Gruppe von 13 angehenden Justizwachtmeistern getroffen, die derzeit für neun Wochen zur Schulung in Rotenburg sind. Seit Herbst werden Justizwachtmeister in Rotenburg geschult.

Sicherheit an Gerichten

Justizwachtmeister sind als Beamte an Gerichten und Staatsanwaltschaften für die Sicherheit zuständig, so Lehrgangsleiter Horst Licht. Sie nehmen in diesen Einrichtungen unter anderem Eingangskontrollen vor. Inhaftierte begleiten sie zu Gerichtsterminen und bewachen diese dort. Dabei tragen die Justizwachtmeister keine Schusswaffen, sondern sind lediglich mit Schlagstock und Pfefferspray ausgestattet.

In Rotenburg werden die künftigen Justizwachtmeister theoretisch geschult, etwa in Dienst- und Beamtenrecht. Externe Dozenten schulen die Teilnehmer in waffenloser Selbstverteidigung. Auch psychologisch werden sie ausgebildet. Justizwachtmeister müssten beispielsweise in der Lage sein, brenzlige Situationen einzuschätzen und bei Notwendigkeit von Zwangsausübung die Verhältnismäßigkeit zu wahren, so Lehrgangsleiter Horst Licht.

Konzept überarbeitet 

Nach den tödlichen Schüssen am Landgericht in Frankfurt im Januar 2014 sei das Thema Sicherheit an Gerichten stärker in den Blickpunkt gerückt, so Licht. Das Sicherheitskonzept der Justiz wurde überarbeitet und in diesem Zusammenhang die Schulung der Justizwachtmeister von Wiesbaden nach Rotenburg verlagert. Hier ist sie bei der Ausbildungsstätte mittlerer Justizdienst angesiedelt.

In Rotenburg seien gute Bedingungen für die Ausbildung gegeben, lobte die Justizministerin. Die Schulung werde hier ideal organisiert, Inhalte seien aufeinander abgestimmt. Die Räumlichkeiten seien für die Schulungen besser geeignet, und hauptamtliche Lehrkräfte würden für Kontinuität sorgen.

Eine gute Ausbildung der Justizwachtmeister, so Kühne-Hörmann, sei auch deshalb so wichtig, weil sie den Spannungsbogen aushalten müssten, den die hessische Justiz aufrechterhalten wolle: Einerseits müsse die Sicherheit gewährleistet sein, andererseits sollten Gerichte keine Festungen, sondern offen für die Öffentlichkeit sein.

Von Achim Meyer

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