Pläne an der Franzosenstraße

Rotmilan jagt im Wald: Windkraft-Projekt liegt vorerst auf Eis

Windkraft im Landkreis: Das Projekt an der Franzosenstraße zwischen Rotenburg und Cornberg verzögert sich wegen des Rotmilans um mindestens drei Jahre. Am Wehneberg in Bad Hersfeld hingegen wird derzeit eifrig gebaut. Die ersten Rotorblätter für die sechs Anlagen stehen bereit. 58,7 Meter misst jeder Flügel, die in knapp 140 Metern Höhe angeschraubt werden. Die Montage mit einem Spezialkran kann nur bei Windstille erfolgen. Foto: Maaz

Rotenburg/Cornberg. Der Bau von Windkraftanlagen an der Franzosenstraße - einem Höhenzug zwischen Rotenburg und Cornberg - liegt für etwa drei Jahre auf Eis gelegt.

Die von beiden Schutzschirmkommunen eingeplanten Pachteinnahmen fließen zunächst nicht. Grund ist der Rotmilan. Die geschützte Vogelart, die im Bereich Franzosenstraße mit einer großen Population vertreten ist, hat offenbar ein einmaliges Verhalten an den Tag gelegt: Der Offenlandjäger geht nun auch im Wald auf Beutezug - genauer auf den großen Windbruchflächen, die es im Windfeld 002 (Zuordnung im Regionalplan) gibt. Das Verhalten wurde im Zuge der Untersuchungen für das vogelkundliche Gutachten beobachtet, das den Windkraftprojekten vorgeschaltet ist.

Wie der Leiter der Stadtwerke Rotenburg, Stephan Heckeroth, erklärt, bleiben die Verträge mit den Grundstückseignern gültig. Es gehe nur um eine Verschiebung des Projektes um zwei bis drei Jahre - so lange, bis auf den Windbruchflächen Bäume und Büsche wieder eine solche Höhe erreicht hätten, dass Rotmilane dort nicht mehr auf die Jagd gehen. Anschließend muss die Untersuchung wiederholt werden.

Grundsätzlich werde die Entwicklung der Windkraft an der Franzosenstraße weiter vorangetrieben und sei auch für die Projekt-Firma Juwi weiterhin interessant. Vonseiten der Firma heißt es auf Anfrage lediglich, man habe Heckeroths Ausführungen nichts hinzuzufügen.

Bei der Stadt Rotenburg hatte man jährliche Pachteinnahmen ab 2015 in Höhe von 60.000 Euro eingeplant, in Cornberg, das über mehr Flächen verfügt, sogar 100.000 Euro. Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth liegt das Gutachten noch nicht vor, er hatte bisher nur informell von dessen Ergebnis gehört.

Von Silke Schäfer-Marg

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