Schlaflabor - HKZ erweitert sein Spektrum um eine Pneumologische Funktionseinheit

Zur Behandlung im HKZ: Markus Giebl aus Großalmerode leidet an Muskeldystrophie vom Typ Duchenne. Er ist wegen einer schweren Bronchitis im HKZ, rechts seine Mutter Regina, in der Mitte Dr. Joachim Stumpner, links der Leitende Oberarzt Karsten Rasche, Experte für die Beatmung ohne Tubus (nicht-invasiv), also mit Maske. Foto: Schankweiler-Ziermann

Rotenburg. Das Herz- und Kreislaufzentrum in Rotenburg weitet sein Spektrum aus: Eine neue „Pneumologische Funktionseinheit“ einschließlich eines Schlaflabors mit elf Plätzen wurde Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Damit werde die Versorgung von Patienten mit Herz- und Kreislauf- sowie neurologischen Erkrankungen weiter optimiert, erklärte HKZ-Geschäftsführer Guido Wernert. Leiter ist der Pneumologe (Lungenarzt) Dr. Joachim Stumpner, bisher Chefarzt in Eschwege.

Drei von vier Patienten mit Herzinsuffizienz leiden auch an schlafbezogenen Atmungsstörungen, erläuterte Dr. Stumpner (59). Die Patienten haben ohne Behandlung ein weit größeres Risiko, an der Krankheit zu sterben. Dies gilt auch für Schlaganfall-Patienten, bei denen bis zu 70 Prozent an schlafbezogenen Atemstörungen leiden. Da auch andere Herzerkrankungen genauso wie neurologische häufig das Atmungssystem mitbetreffen, sei die neue Pneumologische Funktionseinheit die ideale Ergänzung, um die Patienten nach dem neuesten Stand der Wissenschaft behandeln zu können.

Auch auf dem Gebiet der „nicht-invasiven Beatmung“ (ohne Tubus) hat das HKZ einen Experten gewinnen können: Der Pneumologe und Leitende Oberarzt Karsten Rasche ist aus Mühlhausen ans HKZ gekommen. Er behandelt Patienten mit einer Erschöpfung der Atemmuskulatur, zum Beispiel solche mit Krankheiten wie der Duchenne Muskeldystrophie, hochgradig verbogener Wirbelsäule, Fettleibigkeit oder schweren, so genannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen. Die Beatmung mit der Maske - ohne Tubus - senkt das Risiko für die Patienten.

Perfekte Ergänzung

Elf Schlaflaborplätze gibt es, mit denen Schlafstörungen diagnostiziert werden können. Mit der Ausstattung sei man führend in Deutschland, sagte HKZ-Geschäftsführer Wernert. Das Einzugsgebiet reiche bis weit über Eisenach hinaus. Die nächsten Schlaflabore befinden sich unter anderem in Kassel, Erfurt, Meiningen, Fulda und Bad Wildungen. Als perfekte Ergänzung bezeichneten Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Christian Vallbracht und der Chef der Neurologie, Dr. Andreas Nachtmann, die neue Abteilung. Nachtmann ist selbst Schlafmediziner.

14 neue Stellen sind mit der neuen Abteilung im HKZ geschaffen worden, Dr. Stumpner hat allein sechs Fachkräfte aus Eschwege mitgebracht.

Auch ambulante Patienten haben seit April im HKZ eine Anlaufstelle: Drei der elf Plätze nutzt Dr. Rainer Michulla für ambulante Patienten. Michulla hatte sein Schlaflabor zuvor unter dem Dach des Kreiskrankenhauses in Rotenburg.

Die Ausweitung des Spektrums am HKZ begrüßte auch Bürgermeister Manfred Fehr. Die Lungenheilkunde passe hervorragend zum Luftkurort Rotenburg, meinten Wernert und Fehr. An allen Ortseingängen wurden neue Schilder aufgestellt, die auf den Luftkurort hinweisen.

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