Schüler der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg haben sich mit dem Mauerfall beschäftigt

Erläuterungen zur Grenzöffnung: Horst Schaub (rechts) erklärte (von links) Lehrer Thomas Diehl und seinen Schülerinnen Renke Weerts, Lea Bommer und Seinab Yehia die Miniatur einer Grenzanlage. Fotos: zmy

Obersuhl. Neuntklässlerin Lea Bommer wusste, dass Deutschland geteilt war und 1989 wiedervereinigt wurde. Dass die Grenze so nah an ihrem Wohnort verlief, war ihr nicht klar.

In einer Projektwoche haben sie und andere Schüler der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule sich mit der Grenzöffnung vor 25 Jahren beschäftigt.

Ihre Ergebnisse werden sie mit Unterstützung der HNA, ihren Partnerzeitungen Hersfelder Zeitung und Werra-Rundschau sowie der Landesanstalt für privaten Rundfunk aufbereiten und präsentieren.

Interaktive Landkarte

Das medienpädagogische Vorhaben, in das weiterführende Schulen der Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner eingebunden sind, soll in eine interaktive Landkarte auf der Internetseite der HNA münden. Mit Videos, Fotos, Audioaufzeichnungen und Texten soll hier zeitgemäß veranschaulicht werden, was geschah, als vor 25 Jahren die Mauer fiel.

Die Rotenburger Schüler nahmen in ihrer Projektwoche die Arbeit auf, indem sie Archive in Rotenburg und Bebra besuchten, dort Zeitungsartikel von damals sichteten, Zeitzeugen befragten und mit ihren Lehrern Thomas Diehl, Norbert Dräger und Karlheinz Riemenschneider das Grenzmuseum sowie den Grenzlehrpfad in Obersuhl besuchten.

Die Schüler entdeckten im Archiv ein Zeitungsfoto von Menschen, die das Begrüßungsgeld der Bundesrepublik entgegennahmen. Sie erfuhren von einem ehemaligen Beamten des Bundesgrenzschutzes, dass nach der Grenzöffnung überfüllte Züge von Osten nach Westen fuhren. Außerdem sprachen sie mit einer Frau, die ihre Verwandten vor der Grenzöffung jahrelang nicht besuchen durfte.

Horst Schaub vom Wildecker Geschichtsverein führte die Schüler durch das Grenzmuseum und berichtete von einem Soldaten, der noch im September 1989 bei Obersuhl in den Westen flüchtete.

Im November werden die Schüler ihre Erkenntnisse medial aufbereiten.

Von Achim Meyer

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