Bis Ende Dezember 2016

Stelle des Jugendpflegers gestrichen: Gemeinde hält an Jugendarbeit fest

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Die Trauerphase ist vorbei, jetzt wird freudig nach vorne geblickt: Obwohl die Stelle des Jugendpflegers nicht mehr finanziert wird, sollen Kinder und Jugendliche der Gemeinde nicht darunter leiden. Wie das gehen soll, hat Pfarrer Torsten Eisenträger mit dem Kirchenvorstand besprochen und schon konkrete Pläne gemacht.

Heinebach. Kein Jugendpfleger mehr in Alheim: Ab dem 31. Dezember wird das zur traurigen Realität. Dann wird die Stelle des Jugendpflegers offiziell nicht mehr besetzt, schon jetzt ist sie aber vakant.

Die Streichung des Jugendpflegers war für die evangelische Kirchengemeinde in Heinebach zunächst eine Hiobsbotschaft. Doch nach der ersten Trauerphase blickt man jetzt positiv in die Zukunft - mit neuen Konzepten im Sinn.

Das Problem

In den vergangenen 20 Jahren wurde der Posten von der evangelischen Kirchengemeinde Heinebach und der Gemeinde Alheim zu gleichen Teilen getragen. Damit ist jetzt Schluss. Der Grund: Die Kirche Heinebach kann sich die Mitfinanzierung des Jugendpflegers nicht mehr leisten. Die Mittel wurden vom Kirchenkreis Melsungen, dem die evangelische Kirche in Heinebach angehört, gekürzt.

Das zeigt, dass der demografische Wandel auch vor Kirchen nicht Halt machen. Insgesamt 50 Millionen Euro will der Kirchenkreis Melsungen bis 2026 einsparen. Bereits jetzt wird damit begonnen - beispielsweise mit der Streichung der Jugendpflegerstelle. Für Pfarrer Eisenträger, der die evangelische Kirchengemeinde in Heinebach seit neun Jahren betreut, war das zunächst ein ziemlicher Brocken.

Die Lösung

Mittlerweile ist der Vater zweier Töchter aber wieder zuversichtlich: „Dass es Kürzungen gibt, heißt nicht, dass wir nichts mehr für unsere Kinder und Jugendlichen machen“, beseitigt er die Ängste, die evangelische Kirche würde sich aus der Kinder- und Jugendarbeit in Heinebach komplett zurückziehen. Mittlerweile habe sich der Kirchenvorstand zu dem Thema getroffen und Ideen für neue Spielnachmittage und gemeinsame Freizeiten erarbeitet. Als Beispiel wären da kirchliche Kinoabende, Theatergruppen und Krabbelkrippen zu nennen - offen für alle Konfessionen.

Und da man als ambitionierter Gottesmann schon jetzt an Weihnachten denkt, hat Pfarrer Eisenträger für die besinnliche Zeit besondere Aktionen geplant - darunter ein lebendiger Adventskalender, ein Sankt-Martins-Umzug mit Glühwein, Stockbrot und Laternenbasteln sowie das Feiern des Friedenslichts aus Bethlehem. Immer im Mittelpunkt der Aktionen: das Miteinander von allen drei Generationen - 3G, wie der Pfarrer es mit einem Augenzwinkern nennt.

Damit die Aktionen des Kirchenvorstands nicht bloß Ideen bleiben, hofft Pfarrer Eisenträger auf die Hilfe aller Kirchenmitglieder, ja sogar aller Alheimer, die Interesse daran haben. „Wir fangen fast bei Null an“, gibt der Pfarrer in Bezug auf die Kinder- und Jugendarbeit zu, „aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch ohne Jugendpfleger etwas Tolles auf die Beine stellen können.“ 

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