Freiheitsstrafen für Vater und Sohn vor dem Schöffengericht

Streit unter Aramäern: Statt Geld gab’s Prügel

Bad Hersfeld. Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung verurteilte das Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld Vater und Sohn einer aramäischen Gemeinde aus Bebra.

Die syrischen Christen waren im November 2013 mit einem Glaubensbruder über ausstehende Geldforderungen in Streit geraten, hatten diesen verprügelt und mit dem Tode bedroht, falls er seine Ansprüche per Strafanzeige oder Zivilklage weiter verfolgen wolle. Während der bislang unbescholtene Vater mit sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung davonkam, summierte sich die Strafe des mehrfach vorbelasteten Sohnes mit einem früheren Urteil auf zweieinhalb Jahre Freiheitsentzug.

Eine Strafaussetzung zur Bewährung ist bei dieser Höhe nicht mehr möglich. Die Beweisaufnahme vor Richter Michael Krusche und den beiden Schöffen gestaltete sich nicht nur wegen der seit dem Vorfall verstrichenen Zeit als problematisch. Gegenstand der Auseinandersetzung in einem Café in der Nürnberger Straße waren nämlich rund 1200 Euro, die sich ein weiterer Sohn des 49-jährigen Angeklagten geliehen hatte. Während der 45 Jahre alte Gläubiger den Vater als Familienoberhaupt in die Pflicht nehmen und so eine gütliche Einigung erreichen wollte, verweigerte dieser die Übernahme jeglicher Verantwortung, zumal zu diesem Sohn kein Kontakt mehr bestand.

Die Handgreiflichkeiten begannen wohl bereits im Café, wurden jedoch erst nach einem Fluchtversuch des 45-Jährigen auf offener Straße massiv: Gemeinsam prügelten und traten Vater und Sohn auf den am Boden liegenden Mann ein. Während der Vater vor Gericht zumindest die Schläge einräumte, wurde der schweigende Filus durch die Aussage einer Augenzeugin überführt, die ihn bereits aus Schulzeiten kannte. Das Urteil entsprach dem Antrag von Staatsanwalt Harry Wilke.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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