Total Vocal feiert das Leben mit Musik

Von Girls, Girls, Girls bis Christina Stürmers „Seite an Seite“: Die Sänger und Sängerinnen des A-Cappellla-Chors Total Vocal trafen in jeder Beziehung den richtigen Ton. Fotos:  Wilfried Apel

Weiterode. Annika Stennei (26) ist die Jüngste, Jochen Hartig (58) der Älteste im Bunde. Insgesamt sind es 17 Sängerinnen und Sänger, die seit einigen Monaten von Christian Hartig (28) im A-Cappella Chor Total Vocal zu neuen Höhen geführt werden.

Dass das so ist, wurde am Samstagabend beim Jubiläumskonzert anlässlich des 20-jährigen Bestehens des in Gilfershausen beheimateten Chors in Ellis Saal deutlich. Denn welcher Chor kommt hierzulande schon auf die Idee, sein Publikum mit einem Jodler willkommen zu heißen: „Huldjoiritio, grüaß euch Gott mitnand, dirieiho, reich mad Hand!“

In Dirndl und Lederhose

Der Hartig-Chor hat’s gewagt und von Anfang an sein Motto „Perspektivwechsel“ unterstrichen. In Dirndln und Krachledernen übrigens, die die stimmgewaltigen „Beinahe-Bayern“ auch nicht auszogen, als sie Reinhard Fendrichs Evergreen „Macho Macho“ schnalzend und schmachtend neu auf die Bühne brachten.

Es folgten Gershwins Jazzsong „Embraceable You“, von Andrea Grunz am Flügelhorn interpretiert und von Gastpianist Michael Funk sowie von Christian Hartig begleitet, Sailors 70-er-Jahre-Hit „Girls, Girls, Girls“, John Rutters Segenslied „God Bless You and Keep You“ und Sarah Connors Lied „Wie schön du bist“, das Heike Lorey ins Mikrofon hauchte. Wer jetzt immer noch nicht wusste, welches Potential in Total Vocal steckt, wurde bei der facettenreichen Chorballade „Das Rendezvous“ aufgeklärt. Die einen konnten’s kaum erwarten („Endlich, endlich!“), die anderen schilderten die sich aufladende Stimmung („Sie knutschen rum!“), und dann passierte es: „Die Kerzen fallen um, die Rosen auf dem Klo brennen lichterloh, die Bude brennt, kein Happy End. Schade eigentlich!“ Natürlich gab’s dafür jede Menge Applaus vom Publikum, das damit auch nicht geizte, als der Chor Rammsteins (!) „Engel“ interpretierte und Marc Iffland James Bays „Running“ - so gefühlvoll, dass ein erstes Pfeifkonzert einsetzte.

Unmöglich, auf alle weiteren Stücke einzugehen, die allesamt originell interpretiert, ja mit großer Liebe zum Leben fast schon zelebriert wurden.

Das galt zu guter Letzt auch für den von den charmant-zurückhaltend moderierenden Solisten Heike Lorey und Marc Iffland gesungenen Christina-Stürmer-Ohrwurm „Seite an Seite“, mit dem der Chor so etwas wie sein gesangliches Manifest ablegte.

Von Wilfried Apel

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