Trinkwasser wird jetzt gechlort

Quelle im Heienbach: Sie war 1872 die erste Rotenburger Wasserversorgung. Die Quelle wird heute nicht mehr genutzt, ist aber schön angelegt und bietet Bänke zum Rasten.
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Quelle im Heienbach: Sie war 1872 die erste Rotenburger Wasserversorgung. Die Quelle wird heute nicht mehr genutzt, ist aber schön angelegt und bietet Bänke zum Rasten.

Rotenburg. Coli-Bakterien sind in der vergangenen Woche im Trinkwasser in Rotenburg gefunden worden. Die Bewohner wurden aufgefordert, das Trinkwasser abzukochen. Hier gibt es Fragen und Antworten zu diesem Thema.

Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke Rotenburg, und mit Björn Spangenberg, Gesundheitsaufseher beim Kreis Hersfeld-Rotenburg, beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Welche Teile Rotenburgs sind betroffen?

In der Kernstadt Rotenburg ist es der gesamte Teil links der Fulda, also die gesamte Altstadt, Hochmahle, Eulersgrund und so weiter. Rechts der Fulda endet das betroffene Gebiet an den Bahngleisen, es ist damit also auch ein Teil der Neustadt betroffen. Außerdem können die Coli-Keime im Trinkwassernetz bis Lis-penhausen gekommen sein.

Wo wurden die Keime gefunden?

Zwei Proben, die im Bereich zwischen Silberberg und Wilhelminenhof an den Wasserhähnen genommen wurden, waren positiv. Die Brunnen und Quellen der Stadt sind sauber.

Welche Keime wurden gefunden?

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Rotenburg hat Koli-Bakterien im Trinkwasser

Festgestellt wurden die Keime Escherichia coli, coliforme Keime und Enterokokken. Björn Spangenberg spricht von einer geringfügigen Konzentration dieser Colibakterien. Sie lag bei zwei Proben zwischen 7 und 22 auf 100 ml Wasser.

Wie bekommt man die Coli-Bakterien wieder aus dem Trinkwassernetz?

Das Wasser wird seit Freitagfrüh mithilfe von Chlor desinfiziert. Nach drei Tagen sind die Keime damit in der Regel abgetötet. Es soll aber vorsichtshalber noch diese und nächste Woche weiter gechlort werden.

Was sollten die betroffenen Einwohner tun?

Ganz sicher geht, wer Wasser zum Trinken, Kochen und Zubereiten von Speisen und Getränken sowie zum Zähneputzen zehn Minuten lang abkocht. Fünf Minuten dürften aber auch reichen, sagt Björn Spangenberg. Kaffee aus Kaffeemaschinen müsse nicht vorher abgekocht werden.

Wie können Coli-Bakterien ins Wasser kommen?

Da die Brunnen und Quellen sauber sind, muss es sich um einen „Eintrag“ von außen handeln. Wenn jemand zum Beispiel mit ungewaschenen Händen die Keime am Wasserhahn abstreift, können sie sich vermehren und ins Leitungsnetz wandern. Auch eine Dusche im Keller, die selten benutzt wird, oder ein WC-Spülkasten können eine Quelle sein. Es gibt sehr viele Möglichkeiten. Man spekuliere auf abgestandenes Wasser, sagt Stephan Heckeroth.

Kann so eine Verunreinigung mal vorkommen?

Das ist ein Novum für die Stadtwerke Rotenburg, sagt Spangenberg. Man werde auf jeden Fall nach der Ursache suchen und den Fall nicht auf sich beruhen lassen.

Wie oft wird das Rotenburger Trinkwasser überprüft?

Jährlich einmal im Herbst wird das Wasser aus den Quellen und Tiefbrunnen (Rohwasser) überprüft. Alle vier Tiefbrunnen sind in Ordnung, sagt Stephan Heckeroth. Etwa 70 bis 80 Proben Leitungswasser werden pro Jahr an verschiedenen Stellen in der Stadt genommen. (ank)

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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