Politische Lage beeinflusst die Urlaubswünsche

Kaum einer will mehr in die Türkei: Reisbüros im Kreis merken Buchungsrückgang

Hersfeld-Rotenburg. Die aktuelle politische Lage hat die Buchungszahlen für Reisen in die Türkei einbrechen lassen. Das ist überregional, aber auch aus Reisebüros in der Region zu hören.

„Buchungen sind kaum existent“, sagt Oliver Schmidt, Geschäftsführer der TUI-Reisewelt in Rotenburg. Genaue Zahlen habe er nicht, gefühlt aber seien die Buchungen um „fast 70 Prozent“ zurückgegangen. Und Joachim Teiser von der Reiswelt Teiser und Hüter in Neuhof sagt sogar: „Wir können im Moment gar nicht von einem Türkei-Geschäft sprechen.“

Hans-Jürgen Mannel vom Reisebüro am Rathaus in Bad Hersfeld erinnert sich, dass unmittelbar nach dem Putschversuch in der Türkei und den Anschlägen Kunden Reisen stornieren wollten. „Inzwischen gibt es aber sogar wieder ein paar Neubuchungen. Aber das Niveau von vorher ist natürlich noch lange nicht erreicht.“

Joachim Teiser würde eine gebuchte Türkeireise übrigens „selbstverständlich antreten“. Und auch Oliver Schmidt hätte keine Bedenken, an der Ägäis Urlaub zu machen, betont er. „In Deutschland gab es ja auch Anschläge in München und Ansbach – deswegen hätte ich keine Bedenken, beispielsweise nach Usedom zu reisen.“

Er weiß auch von Kunden, die versucht haben, ihre Reisen zu stornieren. „Vergeblich“, sagt er. „Solange es nicht um Touren nach Istanbul oder Ankara ging. Bei Reisen an die Küste haben die Veranstalter sich nicht darauf eingelassen.“

Naturgemäß sind auch die Preise gepurzelt: 14 Tage im Doppelzimmer sind in oder um Antalya derzeit für rund 700 Euro zu haben, sagt Joachim Teiser – „bei sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis.“ Hans-Jürgen Mannel bestätigt das: „Die Konflikte geraten schnell in Vergessenheit, das Preis-Leistungsverhältnis ist top, und die Gäste, die kommen, werden derzeit natürlich ganz besonders herzlich empfangen.“ (rai)

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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