HKZ gab entsprechendes Angebot ab

Überraschendes Angebot: HKZ will Klinikum Bad Hersfeld übernehmen

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Fachklinik auf dem Rotenburger Hausberg: das Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ).

Rotenburg/ Bad Hersfeld. Große Überraschung zu Beginn möglicher Fusionsverhandlungen: Das Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg  (HKZ) will das Klinikum Bad Hersfeld  übernehmen. Die HKZ-Muttergesellschaft hat am Freitagmorgen ein entsprechendes Angebot abgegeben.

Eine solche Übernahme sei für den Kreis Hersfeld-Rotenburg und die Gesundheitsregion der Königsweg, sagte der HKZ-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Klufmöller. Ein unterschriftsreifer Vertrag könne bis Mitte November vorliegen.

Damit würde auch der zeitliche Fahrplan eingehalten, den Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt  für Fusionsgespräche zwischen dem Klinikum Bad Hersfeld, dem HKZ und dem Kreiskrankenhaus Rotenburg  vorgegeben hatte. Schmidt hatte die drei Häuser für Freitag zu einem ersten Gespräch über eine mögliche Fusion eingeladen, nachdem zuvor das Klinikum mit den Kliniken Fulda und Alsfeld über einen Zusammenschluss verhandelt hatte. Bei dieser Gelegenheit legte das HKZ das Übernahmeangebot vor.

Nach Angaben des HKZ-Geschäftsführers Ulrich Hornstein gibt es so gut wie keine Überschneidungen in den medizinischen Angeboten zwischen HKZ und Klinikum. Daher seien durch eine Übernahme Arbeitsplätze nicht gefährdet. Vielmehr könne man dann gemeinsam weitere Angebote in der Region unterbreiten.

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Dem Kreiskrankenhaus stehe ein solcher Klinikkonzern für Kooperationen, aber auch für weitergehende Zusammenarbeit jederzeit offen, sagte Klufmöller. Für das HKZ gelte es, die Strukturen des Kreisklinikums Rotenburg zu nutzen und zu erhalten.

Das HKZ käme zusammen mit dem Klinikum Bad Hersfeld auf einen Umsatz von fast 200 Millionen Euro im Jahr und würde über 2000 Mitarbeiter im Kreis beschäftigen. Als privatrechtlich geführte Gesellschaft wäre der Kreis Hersfeld-Rotenburg laut Klufmöller auch nicht mehr verpflichtet, die Defizite des Klinikums zu tragen.

Das Klinikum erwirtschaftet seit 2011 jährliche Verluste von zwei bis 2,5 Millionen Euro. Als Grund nannte Geschäftsführer Martin Ködding stagnierende Patientenzahlen und hohe Tarifsteigerungen. Die beiden Rotenburger Häuser schreiben schwarze Zahlen,

Die drei Krankenhäuser im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben unterschiedliche Träger: Während das Klinikum eine GmbH in 100-prozentiger Trägerschaft des Kreises ist, befindet sich das HKZ in privater Hand der Pergola KG. Allerdings hält der Kreis einen Anteil am HKZ von 12,5 Prozent. Viele der über 800 Kommanditisten kommen aus der Region. Träger des Kreiskrankenhauses ist der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf. (mcj/ank)

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