Unternehmertag an Beruflichen Schulen Bebra

Hatten sichtlich Spaß beim Unternehmertag an den Beruflichen Schulen in Bebra: von links Manuela Engel-Dahan von der Initiative „Frauen unternehmen“ mit den Schülern Elise, Philipp, Lisa, Julia, Alexandra, Jonas und Franziska. Fotos: Schmidt

Bebra. Umweltschützer, Wissenschaftler, Eventmanager - das sind drei Berufsziele, die Elftklässler des Beruflichen Gymnasiums in Bebra haben.

Einen Einblick in unternehmerisches Denken und Handeln bekamen 50 von ihnen beim Unternehmertag am Montag.

Der Plan

„Wir wollen den Schülern zeigen, was möglich ist, wenn sie eigene Ideen haben und verwirklichen wollen“, sagt Frank Wagner. Der 47-Jährige aus Bad Hersfeld unterrichtet seit zwei Jahren in Bebra. Schon an seiner vorherigen Schule in Hünfeld legte er großen Wert auf Selbstverwirklichung seiner Schützlinge.

Wagner ist ein großer Freund des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend gründet“. Mit erfolgreichen Schülern war er bereits in Silicon Valley in den USA. Das ist einer der bedeutendsten Standorte der IT- und High-Tech-Industrie. „Es ist eine super Erfahrung zu sehen, welche Möglichkeiten mit dem Internet bestehen und wie man im Einzelhandel gut darauf reagieren kann“, erklärt Wagner.

Die Veranstaltung

Fünf Stunden lang wurde in Bebra anlässlich der Gründerwoche Programm geboten. Ermöglicht haben das Mittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Neben drei Referenten vom RKW Kompetenzzentrum, einer gemeinnützigen Forschungs- und Entwicklungseinrichtung, waren Chantal Mohr von den Wirtschaftsjunioren Bad-Hersfeld und Unternehmerin Manuela Engel-Dahan aus Bad Orb von der Initiative „Frauen unternehmen“ vor Ort.

Auf eine geplante Podiumsdiskussion wurde verzichtet und dafür in Kleingruppen gearbeitet. „Wir wollten alles interaktiver gestalten“, betonte Wagner. Auf spielerische Art stellte Dr. Kai Morgenstern (RKW) die Struktur eines Unternehmens vor und gab Anregungen zur Entwicklung von Geschäftsideen. „Die Schüler sollen Dinge selbst besser bewerten lernen und eigene Entscheidungen treffen“, machte Armin Baharian vom RKW Kompetenzzentrum deutlich und lobte Bebra als Vorzeigeschule.

Die Resonanz

„Der Tag war mal was anderes und richtig informativ“, zog Seinab Yehya ein Fazit. Die 17-Jährige aus Heinebach fand besonders spannend, als Manuela Engel-Dahan berichtete, wie viele Steine ihr als Frau heute noch in den Weg gelegt werden würden. Die Elftklässlerin hat selbst noch keinen konkreten Wunsch für die Zeit nach der Schule, möchte aber „auf jeden Fall etwas tun, was mir Spaß macht.“

Die Perspektive

Das sehen ihre Mitschüler Jascha Mähler und Jonas Mötzing genauso. Deren Vorbild: Elon Musk, ein Mitbegründer des Online-Bezahlsystems PayPal und Urheber des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX sowie des Elektroautoherstellers Tesla Motors.

„Ich finde es spannend, wenn man sich als kleiner Unternehmer gegen die Großen behaupten kann“, sagt Mähler, der selbst bei „Jugend gründet“ im Finale stand und weiß, „dass in der Regel das erste Start-Up in die Pleite geht“. Entmutigen lassen würde sich der 17-Jährige von einem Fehlversuch aber nicht. Und es ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, dass er sich bei Frank Wagner in den nächsten Kurs einschreiben wird. Beamter zu werden ist für ihn und seine Mitschüler keine Option.

Von Sebastian Schmidt

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