Sportler wehren sich gegen Gesetzentwurf der Umweltministerin

Viele Waldwege sind für Radler demnächst tabu

Hersfeld-Rotenburg. Ein Gesetzentwurf des hessischen Umweltministeriums sorgt bei vielen Radsportlern für Unverständnis. Sie fürchten, durch die Neuregelung des Waldrechts aus weiten Teilen der hessischen Wälder verbannt zu werden.

Nach der Gesetzesnovelle dürften Radfahrer nur befestigte Wege nutzen, die breit genug sind, um sie mit einem Auto zu befahren. Schmale Waldwege wären damit tabu.

Als Leidtragende sehen sich vor allem die Mountainbiker, die der Natur mit ihren geländegängigen Rädern besonders nah sein wollen. Deshalb hat der Verein Deutsche Initiative Mountainbike (Dimb) eine Petition im Internet angeregt, die die Gesetzesänderung verhindern soll. Rund 27 000 virtuelle Unterschriften hat der Verein bereits gesammelt, mehr als 11 000 davon aus Hessen.

Einer, der seine Unterschrift geleistet hat, ist Michael Dischert vom MTB 1994 Ronshausen, der seit 30 Jahren mit dem Mountainbike mehrmals wöchentlich über Stunden im Wald unterwegs ist. „Dabei hat es noch nie irgendeeinen Konflikt gegeben - weder mit Fußgängern, noch mit Förstern oder Jägern. Wir Mountainbiker haben eine Ehrenkodex, rücksichtsvoll zu fahren und auch das Wild nicht zu stören.“ Erst die Gesetzesnovelle erzeuge künstlich Konflikte, ist Dischert überzeugt.

Dass die Welt der Wälder und Mountainbiker im Kreis Hersfeld-Rotenburg noch ziemlich in Ordnung ist, bestätigt der Leiter des Forstamts Bad Hersfeld, Jens Müller. Nur selten gebe es Beschwerden von Spaziergängern über Mountainbiker, die gegen jede Regel durch den Wald heizten. „Aber es gibt immer schwarze Schafe, die den Ruf einer ganzen Gruppe ruinieren“, weiß Müller. Volker Neumann vom Forstamt Rotenburg sind ebenfalls keine gravierenden Probleme mit den Radsportlern bekannt.

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Von Sebastian Lammel und Silke Schäfer-Marg

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