Kein Gift auf dem Spielplatz in Richelsdorf gefunden

Hier ist alles in Ordnung: Der Spielplatz von der Kindertagesstätte Schatzinsel wurde bereits überprüft. Kinder können also weiterhin bedenkenlos in Richelsdorf spielen – und Äpfel essen. Fotos: Schmidt

Richelsdorf. Die Suche nach Giftstoffen auf den Richelsdorfer Sportplätzen hat begonnen. In wenigen Tagen starten auch die Probebohrungen auf den privaten Grundstücken.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es aus Richelsdorf, das mit den Altlasten aus dem Bergbau der Richelsdorfer Hütte zu kämpfen hat: Probebohrungen haben beim Spielplatz des Kindergartens ergeben, dass es dort keine Belastung mit Schwermetallen gibt. Die Gemeinde Wildeck hatte die Bohrungen nach der Informationsveranstaltung am 21. September in Auftrag gegeben. Das teilte Bürgermeister Alexander Wirth mit.

In diesem Bereich des Dorfes, in dem der Kindergarten liegt, sollten zunächst gar keine Proben genommen werden. Vorsichtshalber hatte der Bürgermeister aber um eine Untersuchung des Bodens dort gebeten.

Anfang September waren erstmals auch im Ort selbst zum Teil erheblich erhöhte Werte unter anderem von Arsen im Boden gemessen worden - beim neu gebauten Minigolfplatz und dem angrenzenden Spielplatz.

Jetzt gehen die Untersuchungen in Richelsdorf weiter. Zunächst werden frei zugängliche Grundstücke beprobt: die beiden Sportplätze und der Hang beim neuen Sportplatz, der landwirtschaftlich genutzt wird. Die Arbeiten haben am Dienstag begonnen. Das teilte Zrinko Rezic von der Hessischen Industriemüll GmbH auf Anfrage mit. Das Unternehmen kümmert sich im Auftrag des Landes Hessen um Altlasten.

15 Grundstücke betroffen 

Anschließend sollen die Probebohrungen auf privaten Grundstücken entlang des Baches Weihe beginnen, voraussichtlich am Montag, 24. Oktober. Sie sollen in diesem Bereich etwa 14 Tage dauern. Betroffen sind 15 Grundstücke, berichtete Rezic. Die Probebohrungen auf den Privatgrundstücken finden zunächst auf einer Länge von 500 Metern statt - gut ein Drittel in den Ort hinein. Sollten sich hier nennenswerte Belastungen ergeben, werden auch in weiteren Bereichen des Ortes Proben genommen.

Der Bach Weihe ist nur ein mögliches Transportmittel für die Giftstoffe. Als wahrscheinlich gilt auch, dass Bewohner selbst in den vergangenen Jahrzehnten Rückstände aus der Produktion der Richelsdorfer Hütte genutzt haben, um zum Beispiel ihre Grundstücke trocken zu legen. Das Material wurde auch für den Straßenbau verwendet.

Wann die Fachleute mit ersten Ergebnissen aus den Bodenproben von den Sportplätzen und Privatgrundstücken rechnen, lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe der Rotenburg Bebraer Allgemeine und im E-Paper.

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