„Windkraft - jetzt reicht es“

Wildecker lehnen weitere Vorrangflächen für Windkraft einstimmig ab

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Der geplante Windpark Gaishecke: Die Fotomontage der Projektentwickler zeigt die Anlage vom Europäischen Fernwanderweg bei der Autobahn nördlich von Hönebach aus gesehen. Ein paar Dächer von Hönebach sind zu erkennen.

Wildeck. Normalerweise entzweit das Thema Windkraft die Menschen in unserer Region. Zu unterschiedlich sind die Meinungen. In Wildeck jedoch ist das zurzeit anders.

Einstimmig hat das Parlament in seiner jüngsten Sitzung die Planungen für zwei weitere Vorrangflächen auf dem Gemeindegebiet abgelehnt. Die massiven Einwände werden jetzt beim Regierungspräsidium eingereicht.

Die zwei Vorrangflächen weist der neue Entwurf des Teilregionalplans Energie Nordhessen aus.

Die Vorrangflächen liegen nach Angaben von Bürgermeister Alexander Wirth auf den Höhenzügen zwischen Richelsdorf und Ronshausen. Die eine Fläche befindet sich nördlich von Bosserode. Der Hauptteil der dort möglichen Windkraftanlagen würde auf Nentershäuser Gebiet liegen, eine Anlage könnte auch auf Wildecker Gebiet stehen.

Sieben weitere Anlagen könnten auf der zweiten Vorrangfläche auf Wildecker Gebiet gebaut werden. Sie liegt nördlich von Hönebach an der Grenze zu Ronshausen- Machtlos.

Gefahr für Zugvögel

Die Wildecker verstehen die Welt nicht mehr und verliehen in der Sitzung ihrem Unmut über weitere mögliche Windkraftflächen auf dem Gemeindegebiet auch deutlich Ausdruck. Ein zentrales naturschutzrechtliches Argument für die Einwände ist das EU-Vogelschutzgebiet Rhäden. „Es hat überregional herausragende Bedeutung als Rastplatz für Zugvögel und ist Brutstätte für viele andere Vogelarten“, sagte Bürgermeister Wirth. Die neuen Pläne würden eine ernste Gefahr für das Rastgebiet darstellen. Außerdem habe der Rhäden überregional als Fremdenverkehrsziel und Lernplatz große Bedeutung.

Im Bereich Gaishecke an den gemeinsamen Grenzen von Heringen, Friedewald und Wildeck soll das größte Windkraftgebiet des Kreises entstehen. „Damit hat Wildeck einen ausreichenden Beitrag zur Energiewende geleistet“, sagte Wirth.

„Umzingelung droht“

„Mir ist alternative Energiegewinnung weitaus lieber als die atomare. Wir dürfen aber unsere Natur nicht vollkommen zerstören“, sagte der Bürgermeister. Er warnte auch vor einer Umzingelung aller Ortsteile durch Windkraftanlagen. Die neuen Pläne seien nicht aktzeptabel. Auch finanziell würde nichts in der Wildecker Gemeindekasse hängenbleiben. Eine Fläche sei in Privatbesitz, die andere im Besitz von Hessen-Forst, also vom Land Hessen.

Nach längeren Reden der Anderen fasste die CDU-Fraktion ihre Stellungnahme kurz: „Zum diesem Thema ist alles gesagt. Wir schließen uns der Meinung des Bürgermeisters und der anderen Fraktionen an“, sagte Christel Gohmert.

Mitglieder der Grünen-Fraktion nahmen an der Sitzung nicht teil. Sie waren verhindert.

Lesen Sie die Stimmen der Wildecker Fraktionen im gedruckten Teil unserer Zeitung.

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