Jürgen Nölke hat einen Ford Mustang von 1973 liebevoll aufgearbeitet

Das Wildpferd springt in Dens

Sein ganzer Stolz: Jürgen Nölke mit seinem Ford Mustang, Baujahr 1973. Nölke möchte das Auto verkaufen. Fotos: Achim Meyer

Dens. Ford Mustang. Schon der Name des Autos erzählt von Wildpferden und weiten Prärien. Das wuchtige Design mit der langen Kühlerhaube ruft Bilder hervor von endlosen Straßen, staubigen Tankstellen, Route 66.

Man denkt an die Vereinigten Staaten von Amerika, selbst wenn man noch nie dort war, oder, wie Jürgen Nölke, auch gar nicht den Wunsch verspürt, das Land zu bereisen. Der 53-Jährige aus Dens hat vor drei Jahren einen Ford Mustang gekauft und auf Vordermann gebracht. Der Unternehmer hat seine Freude am Schrauben erst in reiferem Alter entdeckt. „Du und Autos. Davon hast Du keine Ahnung“, sagten Nölkes Freunde, als der sich 2003 einen beschädigten Jaguar kaufte. Nölke gibt zu: „Bis dahin hatte ich nur Öl gewechselt und getankt.“ Aber der Unternehmer war abenteuerlustig, nahm die Schleifhexe in die Hand und machte sich an der Karosserie zu schaffen. „Da dachte ich: Jetzt passiert was“, sagt er heute und lacht.

Alles liegt offen

Immer wieder ging Nölke zu einem befreundeten Autohändler und fragte zum Beispiel: „Was ist denn das für ein Schlauch?“ Nölke: „Das Schöne am Auto ist, dass alles offen liegt.“ Angucken und verstehen - nach dem Motto erkundete Nölke das Fahrzeug und verstand zum Beispiel, wie die Einspritzanlage funktioniert.

Nölke kaufte eine Menge teurer Originalteile, besorgte einen zweiten Jaguar ohne Motor und Getriebe, machte aus zwei Autos eins und verkaufte das Fahrzeug nach der Restauration sogar gewinnbringend.

Suche im Internet

Nölke ging 1973 als 17-Jähriger von der Schule ab. Vielleicht ist das der Grund, dass er sich nun im Internet nach einem Ford Mustang Cabriolet umsah. Der Mustang war ein in den USA seit den 60er Jahren extrem erfolgreicher Sportwagen, und Nölkes Fahrzeug stammt aus der vierten Mustang-Generation, Baujahr 73.

Der Mustang war fahrbereit, aber „renovierungsbedürftig“. „Ich war jetzt Fachmann“, sagt Nölke wieder mit charmantem Lachen. Einiges machte er selbst, wechselte das Verdeck aus, anderes ließ er machen - wie die Lackierung mit knallroter Mustang-Farbe. Auf Original-Teppiche aus den Staaten wartete Nölke ein Jahr lang.

Nölke will den Mustang verkaufen. Aber noch steht das Schmuckstück auf Hochglanz poliert im Carport. Und wenn Nölke damit auf den für das amerikanische Auto ungewohnten nordhessischen Landstraßen eine Runde dreht, dann, sagt er, stehen die kleinen Jungs am Straßenrand und sagen: „Boah ey!“

Internet: Ein Video über Jürgen Nölke und seinen Ford Mustang sehen sie unter www.hna.de/rotenburg.html

Ausstellung: 30 Autoschrauber aus ganz Nordhessen mit ihren Autos, darunter auch die in dieser Ausgabe bereits vorgestellten, treffen sich am Samstag, 10. April, von 9 bis 20 Uhr im Einkaufszentrum dez in Kassel-Niederzwehren.

von Achim Meyer