Mehr Tiere als vergangenes Jahr – Gemeinschaftsjagden gestartet

Wildschweine pflügen den Landkreis Hersfeld-Rotenburg um

Hersfeld-Rotenburg. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind die Wildschweine los – davon zeugen umgepflügte Felder und Wiesen sowie Unfälle auf den Landstraßen. Zumindest scheint die Zahl des Schwarzwilds im Vergleich zum Vorjahr gestiegen zu sein.

Das bestätigen die hiesigen Forstämter und Jäger, die Vorsitzenden der Kreisjagdvereine und die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands. Grund seien unter anderem der zurückliegende milde Winter und das gute Nahrungsangebot für die Tiere.

Ungewöhnlich seien die starken Schwankungen bei der Population indes nicht, sagt Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamts Rotenburg.

Konkret beziffern lassen sich die auf landwirtschaftlichen Flächen angerichteten Schäden laut Anke Roß, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands, nicht. „Es kann aber bis zum Totalschaden gehen“, erklärt sie.

Um die Population einzudämmen, werden die Tiere verstärkt bejagt. Gerade im November finden mehrere sogenannte Gemeinschafts- oder Gesellschaftsjagden statt, bei denen die Tiere aus ihren Verstecken gescheucht und dann in möglichst großer Anzahl getötet werden. Hinweise auf den Bestand an Wildschweinen können die am Ende eines Jagdjahres veröffentlichten Jagdstrecken geben. In den vergangenen zehn Jahren bewegten sich diese im Kreis zwischen rund 1600 und 4000. Im Jagdjahr 2015/2016 wurden 2967 erlegte Tiere gemeldet.

„Diese Zahlen schwanken stark in Abhängigkeit vom Verlauf der jeweiligen Winter“, erklärt Michael Gauler von der Unteren Jagdbehörde beim Landkreis. Zudem spiele die Zahl der Früchte von Eiche und Buche eine Rolle. Eine sogenannte Vollmast führe im Folgejahr zu einem Anstieg der Populationen, während ein langer frostiger Winter den Bestand deutlich dezimieren könne. Die Streckenzahlen für das Jagdjahr 2016/2017 liegen voraussichtlich Ende Februar vor. (nm)

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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