Wochenendporträt: Motsi Mabuse hat kämpfen gelernt

Auch ohne Schminke eine schillernde Erscheinung: Tänzerin Motsi Mabuse, die in Dieter Wedels Stück „Hexenjagd“ auf der Bühne stehen wird. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Bisher war das Tanzen ihre größte Leidenschaft, der Mittelpunkt ihres Lebens; jetzt könnte auch die Schauspielerei dazu gehören. Bei den Bad Hersfelder Festspielen steht Motsi Mabuse erstmals auf der Bühne, und kann schon jetzt sagen: „Es ist großartig und macht mir richtig Spaß. Ich hätte schon früher damit anfangen sollen."

Sie glaubt aber auch, dass es als Dunkelhäutige nicht einfach ist, Rollen zu bekommen. Als Mädchen aus Südafrika bezeichnet sich die zierliche 35-Jährige auf ihrer Homepage. Vielen Deutschen ist die ehemalige Turniertänzerin vor allem aus der RTL-Show „Lets Dance“ bekannt.

Ehrgeiz und Disziplin 

Zur Person:  Motshegetsi – Motsi – Mabuse wurde am 11. April 1981 in einem kleinen Dorf in der damaligen Republik Bophuthatswana geboren, die später an Südafrika angegliedert wurde. Im Alter von fünf Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Pretoria. Mit 17 wollte sie eigentlich Jura studieren, um die väterliche Anwaltskanzlei zu übernehmen, doch der Leidenschaft fürs Tanzen wegen kam es anders. Eine umfassende Tanzausbildung ebnete den Weg in den von Erfolg gekrönten Leistungssport. Beim Turniertanzen lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen. Vor 16 Jahren kam sie nach Deutschland. Inzwischen arbeitet Mabuse unter anderem als Trainerin für Erwachsene und Kinder, im Leistungs- wie im Breitensport. Bekannt ist die 35-Jährige vor allem aus der RTL-Show „Lets Dance“. 2014 erschien ihr Buch „Chili im Blut – Mein Tanz durchs Leben“. Bei den Bad Hersfelder Festspielen gibt sie im Stück „Hexenjagd“ ihr Schauspieldebut. Mabuse lebt seit gut zwei Jahren im Taunus in Hessen.

Bei den Proben für Dieter Wedels „Hexenjagd“ lasse sie sich von den erfahrenen Kollegen inspirieren, von denen sie ebenso wie von Wedel sehr viel Unterstützung bekomme. „Er muss mir auch schon mal sagen, dass ich nicht lächeln soll“, verrät Mabuse, zu deren Charakteristika ihr temperamentvolles Wesen und das mitreißende Lachen zählen. „Ich musste anfangs meine Scheu und meine Persönlichkeit ablegen“, gesteht sie.

Wie beim Tanzen legt die 35-Jährige nun Ehrgeiz und Disziplin an den Tag. Mit Blick auf ihre Rolle als der Hexerei bezichtigten, abergläubischen Haushälterin Tituba sagt Mabuse: „Tituba tut mir leid. Sie hat keine Möglichkeit sich zu verteidigen, egal was sie tut.“ Sie selbst sei zu einem selbstbewussten Menschen erzogen worden und habe schon als Kind den mitunter ganz öffentlich zur Schau gestellten Rassismus in Südafrika erleben müssen. „Man lernt zu kämpfen“, so Mabuse, die von sich selbst sagt: „Ich bin eine Frau, die ihr eigenes Ding macht.“

Familienmensch

Sie ist aber auch ein Familienmensch. Vater und Mutter wegen überlege sie auch immer wieder, irgendwann doch in die Heimat zurückzukehren. „Die Familie ist auf Platz 1“, stellt sie klar. Zu ihren Eltern und ihrer Schwester in Südafrika hat sie trotz der Entfernung guten Kontakt, für die Premiere von „Hexenjagd“ haben sich einige Verwandte und Freunde angesagt.

Dass sie inzwischen von vielen Menschen erkannt wird, ist für die 35-Jährige, die bei Gelegenheit gerne mal Horoskope liest, kein Problem - nur ins Schwimmbad geht sie nicht mehr so gern. „Die meisten sind super nett. Aber fast alle wollen nur über Lets Dance reden“, sagt sie lachend.

Von Bad Hersfeld habe sie bisher wegen zu vieler Termine kaum etwas gesehen. Spätestens nach der Premiere aber wolle sie die Festspiel-Saison gemeinsam mit den Kollegen genießen und wenn möglich auch alle anderen Stücke sehen.

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