Zwei junge Leute aus Malaysia arbeiten auf Alheimer Bauernhof

Gäste aus Asien: Aishwariya Kumar und Igbar Fatkhi (rechts) sind in Oberellenbach zu Besuch. Mit Anke Geißler und Günter Hufmann arbeiten sie auf dem Acker. Foto: Meyer

Oberellenbach. Der Kontrast könnte kaum größer sein zwischen der Weltmetropole Kuala Lumpur einerseits und dem Ackerboden bei Oberellenbach andererseits.

Igbar Fatkhi und Aishwariya Kumar aus Malaysia haben das eine gegen das andere eingetauscht - zumindest für zwei Wochen.

Igbar ist 23, seine Partnerin Aishwariya 24 Jahre alt. Die beiden haben Recht beziehungsweise Wirtschaft in Schottland und den USA studiert und zuletzt für eine Investmentfirma der malaysischen Regierung gearbeitet. Ihr Arbeitsplatz: einer der gigantischen Petronas-Zwillingstürme in der Hauptstadt Kuala Lumpur.

Übers Internet aufs Dorf

Die Internetplattform Wwoof, die weltweit Gastarbeiter an ökologisch arbeitende Landwirtschaftsbetriebe vermittelt, hat die beiden auf den Gemüsehof von Günter und Dörte Hufmann in Oberellenbach geführt. Hier setzen sie Zwiebeln und Knoblauch, sammeln Äpfel auf und ernten den Mais ab. Auf Englisch können sie sich miteinander verständigen.

Zeit für Gespräche: Gemeinsam mit ihren Gastgebern nehmen Aishwariya Kumar (links) und Igbar Fatkhi das Mittagessen ein. Anke Geißler serviert hier Blumenkohl. Foto: Meyer

Was die beiden angetrieben hat, können sie gar nicht so leicht erklären. Da war der Wunsch, Deutschland kennenzulernen, und das nicht als Touristen, außerdem das Interesse an Landwirtschaft, Pferden und anderen Menschen. Dazu kommt, dass beide in ihren Berufen nicht richtig glücklich sind und möglicherweise Inspiration für die weitere Lebensgestaltung suchen. Der Arbeitstag beginnt mit dem Frühstück um 7 Uhr und endet am späten Nachmittag. Die Mahlzeiten - auf dem eigenen Acker gewachsene Köstlichkeiten wie Ofenkartoffeln und Blumenkohl - nehmen alle gemeinsam ein, und die beiden Gäste lernen dabei, „Sei gelobet der Name des Herren“ zu singen. Die beiden interessieren sich für die Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland und können von den Hufmanns viel lernen. Und sie berichten aus ihrem Land, wo das Interesse an ökologischen Lebensmitteln noch gering ist. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren seien überall auf dem Land Plantagen für die Gewinnung von Palmöl entstanden.

Auch für Dörte und Günter Hufmann ist der Besuch ein Gewinn, weil sie so ein Land kennenlernen, das sie womöglich nie bereisen werden. Sie hatten zuletzt bereits Gäste aus Frankreich und dem Baskenland.

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