Kultureller Austausch mit Kunden reizt den 24-Jährigen besonders

Alex Dörfler aus Treysa ist ein weltweit gefragter Tätowierer

+
Schmerzhaft für die einen, pures Lebensgefühl für die anderen: Alex Dörfler tätowiert konzentriert ein Tiermotiv auf den Hinterkopf eines offensichtlich schmerzfreien Kunden. 

Treysa/Kassel. In der Tattooszene ist Alex Dörfler bekannt wie ein bunter Hund. Längst hat der gebürtige Treysaer Kunden aus aller Welt. Dabei ist er gerade einmal 24 Jahre jung.

Der Werdegang

Schon an der Ziegenhainer Carl-Bantzer-Schule wurde sein Interesse für Kunst wie Street-Art und Graffiti geweckt. Eine eigene Austellung seiner Leinwandbilder präsentierte er bevor er überhaupt einen Abschluss in der Tasche hatte. Ein Praktikum in einem bekannten Kasseler Tattoostudio verschlug den damals 15-Jährigen in die Fuldastadt. Im „Hardcore-Ink“ lernte er das Tätowieren von der Pike auf. Er fühlte sich von Anfang an wie in eine Familie aufgenommen. Deswegen ist er dem Tattoo-Studio in der Frankfurter Straße treu geblieben.

Die Ausbildung

Das Werk ist vollendet: Nun hat der Kunde zwei Gesichter.

Tätowieren ist kein von der Handwerkskammer anerkannter Ausbildungsberuf. Also stand für den jungen Mann zunächst die Berufswahl an. Und so wurde Dörfler Gestaltungstechnischer Assistent. Das hinderte ihn nicht daran, seiner Leidenschaft im „Hardcore-Ink“ nachzugehen. Somit hat er praktisch zwei Ausbildungen mehr oder weniger gleichzeitig bestanden: „Die Zeit war sehr anstrengend und hart, aber all das hat dazu geführt, dass ich mich bereits mit 18 Jahren in die Selbständigkeit stürzen konnte.“

Dieser frühe und entschlossene Schritt hat sich aus heutiger Sicht gelohnt, denn er ist seit sechs Jahren erfolgreich mit seiner Arbeit. Viele Fachzeitschriften haben bereits über sein großes Talent berichtet.

Das Handwerk

Besonders wichtig ist Dörfler, dass seine Arbeit als Handwerk und nicht als reine Kunst verstanden wird: „Mein Arbeitstag geht von acht bis acht. Meine Kunde müssen zufrieden sein - das hat in diesem Fall nicht viel mit Kunst zu tun.“ Seine Bilder zählen zum Neo-Traditional Stil. Das ist eine komplexe Art der Linienführung bei traditionellen Motiven. Die Farben, die er verwendet, sind knalliger als bei klassischen Tätowierungen als vor 20 Jahren. Jedes Motiv zeichnet er vor jedem Termin - damit hebt er sich von vielen Kollegen ab.

Die Schmerzen

Seine Kunden wüssten, was auf sie zu kommt, erklärt der 24-Jährige. Stellen wie die Kniescheiben, am Bauch und am Rücken seien besonders schmerzempfindlich. Das schreckt aber nur wenige ab, sagt er. Zudem hätten seine Kunden meist schon Verzierungen auf ihren Körpern.

Die Motivation

Der passionierte Skateboarder erklärt, dass er sich besonders darüber freut, internationale Kunden im Kasseler Studio begrüßen zu dürfen. Dieser kulturelle Austausch macht seine Arbeit unvergleichlich attraktiv: „Ich lebe meinen Traum, denn ich kann jeden Tag so planen, wie ich will.“ Anstrengend dagegen empfindet er, dass sein Terminkalender in den nächsten Monaten brechend voll ist. Indes ein Beweis, dass er sein Handwerk versteht.

Von Philipp Schwehm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.