Einfrauentheater Koischwitz begeisterte in Schorbach

Publikum lachte herzlich: Brigitte Koischwitz begeisterte mit ihrem Einfrautheater in der Steinmühle Schorbach. Fotos: Decker

Schorbach. Einen vergnüglichen Abend verlebten 160 Besucher in der großen Scheune der Steinmühle in Schorbach. Brigitte Koischwitz war als Einfrauentheater zu Gast.

Die Alleinunterhalterin stellte sich als Malerin, Autorin, Verlegerin, Galeristin, Mutter, Putzfrau, Geliebte, aber auch Schauspielerin vor. Sie betreibe das einzige Einfrauentheater in Deutschland, erzählte Koischwitz und lieferte gut zwei Stunden lang den Beweis, dass sie allein Theater spielen kann.

Sie ließ die Besucher an ihren Erlebnissen in ihren beiden Wohnorten Sylt und im Dörfchen Römershausen teilhaben. Typisch für ihre kurzweiligen Texte mit hintergründigen Botschaften war dieser: „Wir haben eine wunderschöne klassizistische Kirche im Ort, nur leider gehen nicht so viele Menschen sonntags in den Gottesdienst“, berichtete die Schauspielerin. Als ihr Pfarrer sie aufgefordert habe, zum Beten in die Kirche zu kommen, habe sie gesagt: „Lieber Pfarrer, ich gehe jeden Sonntag mit meinen zwei Hunden in den Wald und bete dort.“ Das sei löblich, habe der Gottesmann erwidert, aber dann solle sie sich auch vom Förster beerdigen lassen.

Alltägliche Begegnungen

Ihre selbst verfassten Texte beschäftigen sich mit dem Älterwerden, dem Glück, der Liebe und alltäglichen Begebenheiten. „Ich bin 39, meine Tochter ist gerade 52 geworden, die hat mich schon überholt“, scherzte die Künstlerin. Allen Frauen im Publikum verriet Koischwitz: „Ich habe jetzt einen hilfreichen Satz gelernt, nämlich: Das kann ich nicht.“ Wer diesen Satz so beherrsche wie die meisten Männer, der müsse weniger tun. Das überwiegend weibliche Publikum lachte zustimmend.

Thema Männer

Zum Thema Männer fiel der Theaterschauspielerin einiges ein. Sie habe sich ja extra als vierten Ehemann einen zwölf Jahre jüngeren genommen, da sie damals gedacht habe, besser er pflegt sie als sie ihn, doch neulich habe dieser Zahnschmerzen gehabt. „Er hat so gejammert und gewinselt, ich wollte schon rufen: Pressen, pressen!“ verdeutlichte die Künstlerin die Wehleidigkeit der Männer.

Zur Wankelmütigkeit der Gefühle von Männern berichtete sie: „Mein voriger Ehemann hatte mir anfangs zugesichert, er wolle nur mit mir auf einer einsamen Insel leben. Als wir uns trennten, schimpfte er: Von diesem Haus kriegst du keinen einzigen Stein.“ Trotzdem sei die Liebe wunderbar. „Sagen sie den Menschen, dass sie sie lieben“, forderte Brigitte Koischwitz das Publikum auf. „Sie werden erleben, wie es sie verändert.“

Nach mehr als zwei Stunden mit Schmunzeln und herzhaftem Gelächter endete der Abend in der Mühle mit einem langen Schlussapplaus. Die Organisatorinnen Renate Siebert (Landfrauenverein Ottrau) und Marlies Wagner-Gebauer (Landfrauenverein Oberaula) waren zufrieden und versprachen einen weiteren gemeinsamen Abend.

Von Christiane Decker

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