Energienetz Mitte: Prüfer kontrollieren 229 Kilometer der Gasnetze in der Schwalm

Ähnlich einem Staubsauger: Gasspürer Dirk Beyer mit der Teppichsonde. Unser Foto zeigt ihn in Frielendorf. Foto:  Rose

Das Energienetz Mitte ist für die Überprüfung und Instandhaltung der Erdgasleitungen in den Landkreisen Lahn-Dill, Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Kassel und Hersfeld-Rotenburg zuständig.

Aktuell sind Spezialisten damit beschäftigt, 1400 Kilometer des insgesamt 5000 Kilometer umfassenden Gasnetzes der EAM abzulaufen und zu kontrollieren, und zwar in Schwalmstadt, Frielendorf, Neukirchen und Willingshausen, zusammen 229 Kilometer.

Als Prüfer unterwegs ist Dirk Beyer. Von weitem sieht es fast so aus, als würde er die Straße mit einem Staubsauger reinigen - es ist ein Gasspürgerät. Dabei ist Beyer ausschließlich zu Fuß unterwegs. Das Gerät schiebt er über den Boden vor sich her. Mittels der sogenannten Teppich-Sonde wird die Bodenluft über den in der Straße verlegten Gasleitungen angesaugt und auf möglichen Methangehalt analysiert.

Auf dem Monitor, den der Gasspürer wie einen Bauchladen vor sich her trägt, können alle wichtigen Informationen abgelesen und notiert werden - auch jene, ob sich in der eingesaugten Luft Gas befunden hat. Schon bei geringsten Gaskonzentrationen ertönt ein akustisches Signal.

Zur weiteren Ausrüstung gehört ein Laptop, auf dem alle Pläne des Energienetzes gespeichert sind. Per GPS findet Beyer den richtigen Weg, um ganz gezielt nach dem Gas zu spüren. Gleichzeitig wird damit seine Arbeit dokumentiert und überwacht. Denn das System setzt automatisch Markierungspunkte, die belegen, dass Beyer auch tatsächlich am Ort gewesen ist. „Das kann wichtig sein, wenn es zu Unfällen kommt und dient der Beweisführung“, erklärt er.

Der Gasspürer steht dabei in Kontakt mit den Mitarbeitern der EAM. Stellt er eine Gaskonzentration fest, gibt er den genauen Punkt an die Netzleitstelle weiter. Die mögliche Leckage wird dann umgehend behoben. Zusätzlich zu den Gasleitungen in der Straße werden auch die Anschlussleitungen zu den Häusern überprüft.

Dabei achtet Beyer darauf, ob die gelbe Gasplakette am Haus angebracht ist. Das heißt, gebenenfalls muss der Prüfer dazu auch das Grundstück betreten.

Die gelbe Plakette kennzeichnet im Außenbereich die Einführungsstelle der Gas-Hausanschlussleitung und ist laut Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches vorgeschrieben. Wichtig sind die Plaketten zum Beispiel bei Feuerwehreinsätzen oder bei anstehenden Tiefbauarbeiten. Die Markierungen geben schnell Auskunft darüber, wo die Gasleitung in das Gebäude hineinführt.

Wie häufig die Netze geprüft werden, hängt auch davon ab, wie viele Schäden gefunden werden. PE-Netze, also mit Leitungen aus Kunststoff, würden alle vier, Netze mit Stahlanteil jährlich überprüft, erklärt Kai Otys, Leiter des EAM-Regioteams Borken. Auch Transport- und Hochdruckleitungen werden ein Mal im Jahr kontrolliert.

Aufgrund des technisch modernen Netzes sei aber nur vereinzelt mit kleinen Undichtigkeiten zu rechen. Diese stellten keine Gefahr für die Anwohner dar, da das Gasspürgerät bereits solch geringe Methankonzentrationen messe, die der menschliche Geruchssinn noch lange nicht wahrnehmen könne. 200.000 Euro investiert die EAM jedes Jahr in die Überprüfung.

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