Pläne sind vom Tisch

Ex-Klinik in Neukirchen wird doch keine Flüchtlingsunterkunft

Neukirchen. Die ehemalige Reha-Klinik im Urbachtal Neukirchen wird nicht zu einem Heim für 500 bis 1000 Flüchtlinge ausgebaut. Das erfuhr eine Neukirchener Delegation mit Bürgermeister Klemens Olbrich an der Spitze im Landes-Finanzministerium.

Damit sind die teils umstrittenen Wiesbadener Pläne endgültig vom Tisch. Erhalten bleiben die nach wie vor nicht belegten fünf Leichtbauhallen direkt bei der Ex-Klinik. Sie bleiben noch mindestens ein Jahr stehen und können im Bedarfsfall von Flüchtlingen bezogen werden.

Diese Nachrichten vermeldete Bürgermeister Klemens Olbrich kurz und knapp nach der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend. Hintergrund: Verschiedene niederländische Investoren wollten das seit vielen Jahren leerstehende Gebäude im Auftrag des Landes Hessen so herrichten, dass für zunächst fünf Jahre Flüchtlinge dort leben könnten. Diese sogenannte „bauliche Ertüchtigung der festen Gebäudeteile“ will das Land aber nun definitiv nicht mehr, dafür bestehe keine Notwendigkeit mehr, ließ man die Neukirchener bei ihrem Besuch in der Landeshauptstadt wissen.

Folglich wird auch eine neue Wasserleitung zur Ex-Klinik nicht gebaut.

Im Gespräch mit der HNA erklärte Bürgermeister Klemens Olbrich am Freitag, dass sich der Magistrat zuvor intensiv um eine verbindliche Information durch das zuständige Finanzministerium bemüht habe, „wir wollten eine Information aus erster Hand“.

Eine Bewertung für das Aus für die Klinik-Pläne vermied Olbrich: „Ich habe das weder bestellt noch abbestellt.“ Es sei aber bekannt, dass er gegen eine „Ghettoisierung von Menschen am Waldrand“ sei. „Der Erdmannshain [Urbachtal] war ein falscher Standort“, sagte der Bürgermeister. In Neukirchen lebten aktuell 100 Flüchtlinge und Asylbewerber, wichtig seien mehr Miteinander durch kleine Einheiten, „das läuft in Neukirchen prima“.

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