Frank Spenner (51) aus Michelsberg fährt seit 30 Jahren Motorradrennen 

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Michelsberg. Frank Spenner brennt für Geschwindigkeit. Seine Leidenschaft ist die Straße: Wenn er unter seiner Maschine den Asphalt spürt, er das Motorrad auf bis zu 240 Stundenkilometer beschleunigt - dann ist der 51-Jährige  in seinem Element.

Seit 30 Jahren ist Spenner, genannt Fritz, in der Rennszene zuhause. Der „Renn-Bazillus“ wurde ihm praktisch schon in die Wiege gelegt. Der Vater war selbst begeisterter Rennfahrer, der Onkel Mechaniker. Nach der Ausbildung kaufte sich Spenner seine erste Maschine. „Der Start in der Szene war nicht nur teuer, sondern auch schmerzhaft“, erzählt er. Denn für seine Lizenz blätterte der Schwälmer schon einiges hin. Und wenn Spenner von Erfahrungen spricht, dann meint er nichts anderes als Stürze: „Die gehören dazu. Da bin ich nicht zimperlich.“

Auch als Instruktor gefragt

In Sachen Rennsport ist Frank Spenner (links mit Teamkollegen) 15 Wochenenden im Jahr unterwegs.

Der 51-Jährige startete nicht nur bei Deutschen Meisterschaften, sondern auch bei Weltmeisterschaften. Hat im Team und allein jede Menge Erfolge eingefahren. Unter anderem auf der Langstrecke - die Rennen dauern vier, sechs acht oder auch mal 24 Stunden - und bei den Straßenklassikern North West 200 in Nordirland und auf der Isle of Man. Seit 1998 ist Spenner auch Instruktor, sprich er gibt seine Rennerfahrung an Nachwuchsfahrer weiter.

Aktuell fährt Fritz Spenner selbst noch ein bis zwei Rennen im Jahr, zuletzt ging er auf einer KTM aus Kassel beim Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven an den Start. Dass er dabei ein hohes Risiko eingeht, kalkuliert er ein: „Das muss einem klar sein. Wir fahren Geschwindigkeiten zwischen 200 und 240 Stundenkilometern.“ Beim schnellsten Rennen auf der Isle of Man würden mitunter 300 Stundenkilometer erreicht. Spenner sagt: „Als Rennfahrer musst du in dir ruhen, aber auch deine Grenzen ausloten. Und dir muss klar sein, dass es bei so einer Nummer immer auch schnell vorbei sein kann.“ Nicht selten kämen Rennfahrerkollegen ums Leben. „Besonders heikel ist der Start“, weiß der Michelsberger.

Trotzdem steige die Nachfrage, insbesondere die an Renntrainings, erklärt der 51-Jährige. „Besonders bei den über 50-Jährigen und Hausfrauen. Sie wollen sich einfach mal auf einer Rennstrecke ausprobieren.“

Wie viele Motorräder Spenner schon auf der Straße verschlissen hat, kann er nicht sagen: „20 waren es bestimmt. Die verbrauchen sich halt.“ Er selbst stehe auf die Klassiker. Und das Schrauben gehöre natürlich auch dazu. Rund ums Jahr ist der Michelsberger an 15 Wochenenden unterwegs. Da müsse auch der Arbeitgeber mitspielen, sagt er. Spenner arbeitet als Rehaberater in einem Sanitätshaus in Treysa. Für den „Altenteil“ hat er sich vorgenommen, die Formel II auszuprobieren - mit einem Renngespann. Daran habe auch seine Lebensgefährtin Spaß.

Von Sandra Rose

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