Frielendorfs Bürgermeisterkandidat Thorsten Vaupel (SPD) im HNA-Interview

Neuer Chef fürs Frielendorfer Rathaus: Am Sonntag, 6. März, wählen die Frielendorfer einen neuen Bürgermeister. Einziger Kandidat ist der 45-jährige Thorsten Vaupel (SPD) aus Todenhausen. Fotos: Archiv/privat

Am Sonntag, 6. März, wählen die Frielendorfer einen neuen Rathauschef. Wir haben mit dem einzigen Kandidaten Thorsten Vaupel (SPD) gesprochen.

Herr Vaupel, wie ist das so, allein ins Rennen um den Chefsessel im Frielendorfer Rathaus zu gehen? Den Wahlsieg haben Sie doch sicher in der Tasche? 

Thorsten Vaupel: Etwas einsam ist es. Die Wahl habe ich erst gewonnen, wenn ich mehr als 50 Prozent Ja-Stimmen erhalten habe.

Das Land hilft der Gemeinde bei der Tilgung der Schulden. Mit der Entscheidung unter den Kommunalen Schutzschirm zu schlüpfen, hat das Land die Frielendorfer zum Sparen gezwungen. War das richtig? 

Vaupel: Ja, eine mutige Entscheidung, die notwendig und richtig war. Die öffentliche Daseinsvorsorge war aber zu keiner Zeit gefährdet, weil wir bereits ein ausgearbeitetes Konsolidierungskonzept hatten.

Der Schirm für die schwarzen Zahlen hat einen Preis, den die Menschen in Frielendorf bezahlen und auch deutlich spüren. Wie weit soll das noch gehen? 

Vaupel: Die Belastbarkeit der Bürger wurde und wird trotz Auflagen des Schutzschirms in Grenzen gehalten. Wir haben kreisweit mit die niedrigsten Steuerhebesätze und wir können selbst entscheiden, ob der Haushaltsausgleich über Einnahmesteigerungen oder durch Reduzierung der Ausgaben gelingt.

Wie will Frielendorf in seinen Ortsteilen als wohn- und lebenswerte Gemeinde attraktiv bleiben? 

Vaupel: Ein ‘Kaputtsparen’ wird es nicht geben. Beispielhaft sind hier Erhalt der Kindergärten, Vereinsförderung und Sicherung der medizinischen Grundversorgung zu nennen. Die Menschen müssen motiviert werden, aktiv mitzuwirken. Den Rahmen kann die Politik schaffen, aber mit Leben müssen ihn die Bürger füllen.

Angesichts der Freude über wachsende Neubaugebiete beispielsweise in Obergrenzebach, wie geht es weiter in Ortskernen? 

Vaupel: Im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms konnten wir bereits viel für die Ortskerne tun. Wichtig ist, dass Familienfreundlichkeit als Standortfaktor verstanden wird, um Menschen und Arbeitsplätze zu binden und die Lebensqualität zu steigern.

Eines Ihrer Ziele ist der Ausbau der Infrastruktur in den 16 Ortsteilen. Nennen Sie konkrete Ideen, die auch umsetzbar sind. 

Vaupel: Es ist mein Ziel, unsere vorhandene gute Infrastruktur zu erhalten und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten auszubauen. Dies wird im Dialog mit allen politisch Verantwortlichen sowie den Bürgern erfolgen. Frielendorf gemeinsam gestalten ist meine Devise für die kommenden Jahre. Zu diskutieren sind insbesondere die Themen Mobilitätsangebote, reduzierte Baulandpreise, schnelles Internet, Gesundheitszentrum und bedarfsgerechte Betreuungsangebote.

Wie steht´s mit dem Breitbandausbau. Meinen Sie, das lässt sich beschleunigen? 

Vaupel: Breitband ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor und für die Zukunftsfähigkeit Frielendorfs unabdingbar. Einen beschleunigten Ausbau kann ich mir vorstellen.

Das Gewerbegebiet Hollenbach an der Bundesstraße fällt im Wesentlichen durch große Werbebanner auf. Eine Belebung sieht anders aus, oder? 

Vaupel: Da gibt es nichts zu beschönigen, aber ich werde an einer weiteren Belebung arbeiten.

Was würde Ihre erste Aktion im Rathaus sein? 

Vaupel: Frische Farbe ins Rathaus bringen. Im Ernst: Eine der ersten Amtshandlungen wird eine Führungskräftebesprechung mit anschließender Personalversammlung sein. Dann folgen Ortsteilrundgänge mit den Ortsbeiräten.

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