Veranstaltung in Frielendorf zum Thema Energiewende

Gut gefüllt: 120 Menschen waren nach Frielendorf in die Silbersee-Alm gekommen. Organisiert von der Hessen Agentur wurde dort über Windkraft informiert. Fotos: Haaß

Frielendorf. Ein Diskussionsabend mit Struktur und klaren Regeln - das beschreibt die erste Frielendorfer Bürgerinformationsveranstaltung in Sachen Windenergie am Mittwochabend am besten.

120 Menschen waren der Einladung der Gemeinde gefolgt. Die Organisation lag in den Händen der Hessen Agentur.

Bereits kurz nach Amtsantritt habe er sich dem Thema angenommen und Kontakt zur Hessen Agentur aufgenommen, sagte Frielendorfs Bürgermeister Thorsten Vaupel. Der Verwaltungschef bekannte sich eindeutig zur Energiewende und forderte die Frielendorfer zu Solidarität gegenüber anderen Kommunen auf: „Ich bin weder Gegner noch Freund von Windkraftanlagen. Sie sind aber notwendig, um die Energiewende zu schaffen.“

Durch den Abend führte Moderatorin Carla Schönfelder vom Bürgerforum Energieland Hessen. Neben den Projektentwicklern der Firmen Abicon und inega kamen auch Erhard Münch und Andreas Hofmann von der „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Ohetal“ zu Wort. Dr. Rainer Kappes vertrat den Standpunkt der Landesregierung.

Abicon und inega stellten in Kurzvorträgen die beiden im Raum Frielendorf geplanten Windparks vor. So sollen auf der Fläche HR32 bei Linsingen sechs 199 Meter hohe Anlagen entstehen. Auf der Fläche HR19 bei Verna planen die Projektierer mit sechs 229 Meter hohen Windkraftanlagen.

Die beiden Vertreter der Bürgerinitiative informierten über Risiken. Erhard Münch äußerte Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Lediglich Gutachter, Projektplaner und Hersteller würden an der Windkraft verdienen, so Münch: „Das ist wie damals während des Goldrauschs in den USA.“ Andreas Hofmann warnte eindringlich vor möglichen gesundheitlichen Folgen. Insbesondere Infraschall könne sich als großes Problem erweisen und sei noch viel zu wenig erforscht, so das Fazit des Referenten der Initiative.

Dank der professionellen Moderationsführung blieb am Mittwochabend viel Raum für Diskussionen und Nachfragen. Neben detaillierten Fachfragen zur Haftung oder Anlagenhöhe wurde auch auf vermeintlich banale Themen eingegangen. So machte sich eine Frau Sorgen über die Auswirkungen von WKAs für Rettungshubschrauber. Hier konnten die Experten Entwarnung geben. Die Standorte seien in Luftfahrkarten verzeichnet und den Piloten bekannt, erklärte Heinrich Ganß von inega.

Er stehe Gutachtern kritisch gegenüber, sagte Thorsten Gans aus Linsingen: „Gutachter schreiben Gutachten für diejenigen, die sie bestellen.“ Einen Vorwurf den Dr. Kappes so nicht stehen lassen wollte: „Gutachten müssen so professionell sein, dass sie der Prüfung der Fachbehörden standhalten.“ Hintergrund

• Alle Präsentationen, der Faktencheck und eine Zusammenfassung des Informationsabends:www.energieland.hessen.de/buergerforum_energie

Von Matthias Haaß

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