Bürgerinitiative Aufwind hat zwei Klagen eingereicht

Angst vor großer Lärmbelastung durch Windräder

Hinweisschild: Bauplatz für die neuen Windräder am Sachsenhäuser Weg.

Appenhain/Mengsberg. Die ersten Bäume für den Bau von vier Windkraftanlagen im Interessentenwald von Mengsberg sind gefallen. Doch damit will sich der Verein Aufwind nicht abfinden.

Deshalb hat die Bürgerinitiative in den vergangenen Tagen zwei Klagen eingereicht, erklärte Vereinsvorsitzender Rainer Weiß auf Anfrage der HNA. „Wir sind nicht gegen Windenergieanlagen, wollen aber einen moderaten Ausbau“, beschreibt Weiß die Grundposition des Vereins. Seinen Angaben zufolge gibt es in Gilserberg zurzeit elf Anlagen. Nach den Möglichkeiten des Regionalplans seien nun über 40 Anlagen in der Debatte. Das sehen die Vereinsmitglieder überaus kritisch. Dann nämlich könnte von einer guten Wohnqualität nicht mehr die Rede sein.

Dumpfe Stampfgeräusche

Vor allem den Lärm, der von den vier neuen Winderrädern im Mengsberger Forst ausgeht, fürchten sie. Denn nach Darstellung von Rainer Weiß, seien die Windräder nicht leiser als die bestehenden. Vielmehr gingen von ihnen „dumpfe Stampfgeräusche“ aus, die dann entstehen, wenn der Propeller am Mast vorbei gehe. „Diese Geräusche sind deutlich zu hören. Und je größer die Anlagen sind, desto lauter wird es“, sagt Weiß.

In diesem Zusammenhang sei auch die Umwandlung des Baugebietes Haubenacker in Appenhain in ein reines Wohngebiet zu sehen. Nach Darstellung von Weiß beruhe die Genehmigung für die vier Windräder auf einem Schallgutachten, das von einem Mischgebiet in Appenhain ausgehe. Dabei sei ein höherer Schallpegel in der Nacht und bei Tage erlaubt. Ob die Umwidmung klappt und auch den erhofften Erfolg bringe, sei unklar.

Anlagen deutlich lauter

Klar für Weiß ist indes, dass die bestehenden Anlagen jetzt schon deutlich lauter sind, vor allem nachdem sie aufgerüstet wurden. Und mit weiteren Windrädern würde die Lärmbelastung noch größer, fürchtet er. Deshalb habe die Bürgerinitiative beim Regierungspräsidium eine Messung beantragt, um die tatsächliche Schallausbreitung im Gelände festzustellen.

Denn nach Darstellung von Weiß würden der Immissionswert sich zum einen an der Typenzulassung ausrichten und zum anderen würde die Schallausbreitung anhand eines Geländemodells am Computer berechnet. Und diese Werte zweifelt der Verein an.

Von den Schallmessungen und der Umwidmung in ein reines Wohngebiet erhofft sich der Verein Aufwind, dass der Betreiber der Windräder möglicherweise Auflagen erhält, die Windräder beispielsweise bei bestimmten Wetterlagen oder während der Nacht herunterfahren zu müssen. Ob das gelingt, könne man nicht sagen, erklärte Weiß.

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