Gilserbergerin erhielt ihr Poesiealbum nach Jahrzehnten anonym zurück

Annelie Schaal mit ihrem Poesiealbum aus Schülertagen. Sie weiß bis heute nicht, wer es ihr vor einigen Jahren zuschickte. Foto: Diehl

Eigentlich vermisste sie es gar nicht, doch dann kam es mit der Post ins Haus. Anlässlich unserer Poesiealbums-Erinnerungsreihe erzählt Annelie Schaal die Geschichte.

Es gibt Dinge, die werden erst vermisst, wenn sie wieder da sind. So jedenfalls erging es Annelie Schaal (65), als sie im Frühjahr 2010 per Post ein Päckchen erhielt - nur mit ihrer Adresse versehen, ohne Hinweis auf den Absender.

„Sorry“, Entschuldigung, war auf den Umschlag geschrieben, die Sebbeteröderin hat ihn noch aufgehoben. Darin fand sie ihr altes Poesiealbum, das 45 Jahre verschollen war. „Ich konnte mich kaum noch an das Poesiealbum erinnern“, sagt sie. Wer das Büchlein seinerzeit wohl nicht zurückgab, doch es dann reuig aber anonym nach so langer Zeit zurück schickte, weiß Annelie Schaal nicht.

„Willst Du durchs Leben wandern, froh und leicht zum Ziel, hoffe nichts von andern, von Dir selbst sehr viel“, lautet einer der Verse.

Manche haben Bildchen hinzu geklebt, andere eine Blume gemalt. Das Album war wohl ein Weihnachtsgeschenk. Annelie Schaal hatte jede Seite mit dünnem Bleistiftstrich mit Namenskürzel versehen. Ihre Schwester war die erste, die sich am 3. Januar 1965 darin verewigt hat. In den folgenden Wochen haben Klassenkameraden der Mittelpunktschule Gilserberg einen Poesiespruch hinein geschrieben. Sie gingen in die 8. Klasse, ins letzte Schuljahr, das im März endete. Danach war die Schulzeit zu Ende.

So blieben viele Seite leer, denn das Poesiealbum war irgendwann nicht mehr zurück gekommen. Bis vor sechs Jahren. Annelie Schaal: „Das war eine nette Überraschung.“

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