Hunde starben qualvoll in Schwalmstadt: Gerüchteküche auf Facebook

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Fundort des mutmaßlichen Giftköders: Frank Lubczyk mit seiner Tochter Nicole und ihrem Labrador. Sie fanden an dem Baumstumpf iSchmalzbällchen mit unbekannter Füllung.

Schwalmstadt. Lucky war ein Border Collie-Mischling, der Liebling von Frank Lubczyk. Zweieinhalb Jahre alt wurde das Tier, von dem der Ziegenhainer glaubt, dass es vergiftet wurde. Seit einigen Wochen kursieren in Schwalmstadt Gerüchte über Giftköder und mit Gift versetzten Knochen an Wegen, die Hundebesitzer nutzen.

Es ist von sechs oder sieben Hunden die Rede, die verendet seien. In der Stadt kursieren Handzettel mit Warnhinweisen. In einer Facebook-Gruppe der Tiernothilfe Schwalmstadt tauschen sich Hundefreunde über Giftköder aus. Was ist dran an den Gerüchten? Nach Auskunft der Polizei ist bisher eine Anzeige eingegangen.

Lucky wurde am 5. Juni krank, litt unter Durchfall und Erbrechen, erzählen die Lubczyks. „Es dachte keiner an Gift“, erzählt Frank Lubczyk, der auf einen Magen-Darm-Infekt tippte. Nach einem Besuch beim Tierarzt wurde es nicht besser.

Luckys Bauch sei aufgebläht gewesen, er habe Schaum erbrochen. Weil ihr Tierarzt am Feiertag Fronleichnam nicht zu erreichen war, seien sie nach Kassel in die Tierklinik gefahren. Dort wurde er geröntgt und untersucht. „Aber die haben nichts gefunden“, berichtet Lubczyk. Das Tier sei ins Koma gefallen, habe aus Maul und After geblutet und sei am 8. Juni morgens gestorben.

Trauer um Lucky: Der Border Collie-Mischling starb nach drei Tagen, blutete aus Maul und After.

Erst am nächsten Morgen hätten sie an einem Baumstumpf in ihrem Garten Schmalzbällchen gefunden, von denen sie glauben, dass es sich bei der Substanz im Inneren um Rattengift handelt. „Hätte man an Gift gedacht, hätten man Lucky anders behandelt“, sagt der 54-Jährige. Auch zwei weitere Hunde der Familie seien erkrankt, aber nicht gestorben. Insgesamt seien etwa 1000 Euro Behandlungskosten aufgelaufen, erzählen sie.

Die Schmalzbällchen mit unbekanntem Inhalt hätten sie bei der Polizei abgegeben. Die Substanz wurde aber bisher nicht untersucht, beklagt sich Frank Lubczyk. Seither dem Tod von Lucky hätten sie eine weitere merkwürdige Substanz und fremde Hundeleckerlis in ihrem Garten gefunden, erzählt seine Frau Bettina, die als Altenpflegerin arbeitet.

Seit den Funden kontrolliert einer von ihnen morgens den Garten, ehe sie ihren zweiten Hund, den jungen Labrador Charlie, rauslässt. „Wir haben erstmals gesehen, wie einem Hund die Tränen laufen“, erzählt Frank Lubczyk. Ihr zweiter Hund trauert, will nicht mehr alleine in den Garten. Sie wissen von einem weiteren toten Hund und haben von anderen Fällen gehört.

Er hofft, dass Leute, die mögliche Giftköder finden oder deren Hunde erkranken, Anzeige erstatten. Schließlich müssten die Tatsachen auf den Tisch, sagt seine Frau Bettina. „Meine Hoffnung ist, dass sie den- oder diejenige kriegen“, sagt Lubczyk, der Hundebesitzern zur Vorsicht rät. (alx)

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