Ein Blick zurück

Vor 125 Jahren eröffnete C. H. Schmitt in Ziegenhain sein Geschäft

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Standort in der Muhlystraße: 1905 kaufte Conrad Heinrich Schmitt das Haus, zuvor betrieb er einen Gemischtwarenhandel im Gasthaus „Zum Rosengarten“.

Ziegenhain. Vor 125 Jahren gründete Conrad Heinrich Schmitt - kurz C.H. Schmitt - seinen gleichnamigen Betrieb in Ziegenhain. Aufgewachsen war er im väterlichen Gasthaus „Zum Rosengarten". Ein Blick zurück.

Den Beruf des Gastwirtes wollte der junge Conrad aber nicht ergreifen. Stattdessen lernte er den des Eisenhändlers und begann zunächst mit einem Gemischtwarenhandel im elterlichen Gasthaus.

Die Anfänge

Mit seinem Hochrad, gekauft vom Wehrsold, fuhr Schmitt auf Verkaufstour. Da kam es vor, dass er dem Gast, dem er ein Bier kredenzte, sagte: „Das muss reichen, bis ich aus Merzhausen zurück bin.“ Aus dieser Zeit stammt auch der Name Rose-Schmitt, bis heute ist er unter Ziegenhainern geläufig. 1905 kaufte Schmitt das schmucke Haus in der Muhlystraße und expandierte.

So soll er Mitarbeiter eingestellt haben, die mit Pferdefuhrwerken durch die Schwalm reisten. Früh erkannte er den Trend zur Spezialisierung. Sie war Lebensgrundlage für die vier Söhne. August studierte Jura, für Sohn Heinrich gliederte Schmitt eine Baustoffhandlung aus, Sohn Carl bekam die Eisenwaren- und Haushaltsgerätehandlung und Otto die Schlossdrogerie. Sohn Carl half seinem Vater 1924 in der Zeit der Inflation, er übernahm 1928 die Firmenleitung und baute den Betrieb aus. Nachdem er 1939 eingezogen wurden, lenkte Gründer Conrad Schmitt die Geschicke weiter - zusammen mit seiner Schwiegertochter Lotte.

Nachkriegsjahre

1943 verstarb er mitten in der Arbeit. Für den Betrieb folgten triste Nachkriegsjahre. Bis zur Währungsreform gab es außer Klappstühlchen und Reisigbesen nichts zu kaufen. Ab 1948 wuchs die Firma stetig: Ein Sanitär-Groß- und Einzelhandlung wurde neu ins Portfolio aufgenommen. Nach und nach wurde die Verkaufsfläche im Haus erweitert. Carl Schmitt, der bis zuletzt im Unternehmen tätig war, starb 1979.

Die Nachfolger

Erweiterung: In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde vergrößert. 

Seine Söhne Carl Heinrich und Friedrich Wilhelm wurden Unternehmer in anderen Branchen. Carl Heinrich gründete 1957 die Firma Konvekta, sein Bruder die Firma Alit, 1964 trat er in die Firma Rohde Schuhfabriken ein. Nach dem Tod Carl Schmitts leitete Bruno Blaschke den Betrieb, gefolgt von Udo Smajek. Helmut Lang brachte die Firma ab 2001 weiter nach vorn. Carl Heinrich Schmitt blieb stets Mitgeschäftsführer.

Vor 25 Jahren vollzog sich ein Wandel: Der Betrieb wurde am Standort An der Feuerwache als Profi-Heimwerkerfachmarkt wiedereröffnet. Ein Geschäft für Haus- und Küchengeräte blieb noch für eineinhalb Jahre in der Festung, dann schloss es.

In vierter Generation ist Oliver Schmitt in der Firma tätig, mit Marion Keller übernahm er 2009 die Geschäftsleitung.

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