Frielendorf will mobil machen an der Ohetalschule, Feuerwehr und Jugendclubs

Ein klares Nein zu Rechts

Interesse im Publikum: 50 Menschen hörten in Frielendorf den Ergebnissen derStudie „Das ist vielen nicht bewusst” zu. Fotos: Thiery

Frielendorf. Frielendorf macht es vor: Die Gemeinde will als erste die Ergebnisse aus der Studie zur Rechtenszene im Kreis konkret nutzen. Das Thema soll in die Jugendkommission, die Jugendclubs, die Feuerwehr und die Ohetalschule gebracht werden.

„Wir wollen uns dem Problem stellen“, sagte Bürgermeister Birger Fey bei der Vorstellung der kreisweiten Studie in Frielendorf. Feys Ziele: einen runden Tisch bilden, durch inhaltliche Arbeit der rechten Gefahr trotzen.

Ein erster wichtiger Schritt ist laut Stephan Bürger (Landkreis-Projekt Gewalt geht nicht), sich des Problems bewusst zu werden. Rechtsradikalismus sei kein reines Jugendproblem, aber Jugendliche seien besonders gefährdet, sagte Christopher Vogel Vogel (Mobiles Beratungszentrum Hessen). Zusammen mit Kirsten Neumann führte er 90 Interviews mit Szenekennern aus 21 Gemeinden im Kreis.

Heraus kam, dass Jugendliche über ein mangelndes Freizeitangebot klagen. In diese Lücke tritt die rechte Szene mit ihrer Jugendkultur wie Musik, Kleidung und schließlich ihrem Gedankengut. Das gehöre im Kreis vielfach zum Alltag.

Die gute Nachricht: In manchen Gemeinden gibt es so gut wie keine rechte Szene. Im Südkreis sei die Szene aber stärker vorhanden. Und es gibt keine gezielte Unterwanderung der Vereine. Diese Strategie verfolge die rechte Szene im Kreis nicht.

Einige Eltern im Publikum äußerten Bedenken: Man sei nicht sicher, wie die politische Struktur in den Vereinen beschaffen sei.

Besonders viele Auseinandersetzungen mit und von Neonazis gibt es bei KirmesVeranstaltungen. Traurige Beispiele seien die Gewaltausbrüche in Dittershausen und Borken-Arnsbach, erklärte Neumann. Um gegen die Szene vorzugehen, müsse man nun sehr deutlich werden.

„Jeder kann seinen Beitrag leisten“, sagte Stephan Bürger. Zuhause, in der Schule, bei Bekannten – man solle nicht wegsehen oder verharmlosen, sondern aufmerksam machen was passiert. Schulen, Multiplikatoren und Mandatsträger sollten sich offen gegen Rechtsradikalismus aussprechen.

Bürger setzt auch auf Sozialarbeit. Wo Jugendpflegen fehlten, könnten die Rechten besonders stark werden. Er riet jeder Kommune, sich die Studie gemeinsam mit ihm und der Polizei anzuschauen und dann zu handeln.

Kontakt: Stephan Bürger, Tel. 0 56 81/77 55 90. Die Ergebnisse der Studie gibt es auch im Internet unter www. gewalt-geht-nicht.de ARTIKEL LINKS

Von Christine Thiery

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