Marburger Frühchen-Drama: Ermittler erwarten Ergebnisse

Marburg. Rund drei Monate nach der Festnahme einer Marburger Krankenschwester, die mindestens einem Frühchen unerlaubt Narkosemittel gegeben haben soll (wir berichteten), erwarten die Ermittler demnächst die ersten Ergebnisse. Das bestätigte gestern die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Marburg, Ute Sehlbach-Schellenberg.

„Wir haben Zwischenergebnisse. Darauf bauen wir auf.“

Die Krankenschwester soll Frühchen mit zwei Narkosemitteln beinahe umgebracht haben. Die Frau kam Anfang Februar in Untersuchungshaft. Die Ermittler schlossen nicht aus, dass sie auch anderen Babys die Medikamente verabreicht und dadurch womöglich sogar getötet hat. Deshalb wurde im Februar eine Babyleiche aus dem Schwalm-Eder-Kreis exhumiert. Das Kind war auf der Frühchenstation der Marburger Uni-Klinik gestorben. Die Gerichtsmediziner untersuchten zudem unter anderem Blutproben weiterer Kinder.

Laut Staatsanwaltschaft sei bei der Verdächtigen eine Haarprobe genommen worden. Über die Haarprobe hatte zuvor die Bild-Zeitung berichtet. Zudem sollen dem Bericht zufolge bei dem exhumierten Baby die Narkosemittel in geringer Menge nachgewiesen worden sein. Das sei auch bei Blutproben von sieben gestorbenen Kindern der Fall. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, sie könne den Bericht so nicht bestätigen. (dpa)

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