Bilanz: Urlauber aus Schwalm-Eder buchten Spanien und Griechenland

Nachfrage nach Reisen in die Türkei brach ein

Schwalm-Eder. Aufgrund von weltweiten Terroranschlägen und der unsicheren politischen Lage in vielen Ländern haben sich die Reiseziele der Urlauber aus dem Schwalm-Eder-Kreis in diesem Sommer deutlich verändert. Das ergaben Nachfragen bei örtlichen Reisebüros. Am deutlichsten zu spüren waren die Rückbuchungen für Reisen in die Türkei.

„Wir haben aktuell bei Türkeireisen eine Rückbuchungsquote von 76,4 Prozent“, sagte der Inhaber des TUI-Reisecenters in Melsungen, Jürgen Degethoff. Generell seien Reisen in muslimische Länder wie Ägypten, Tunesien und Marokko derzeit eher wenig gefragt. Am deutlichsten profitierten davon in erster Linie Mittelmeerländer wie Spanien und Griechenland. Wegen der hohen Rückbuchungsquote verkaufe das TUI-Reisecenter aktuell Türkeiurlaube nur noch an Menschen, die versichern, dass sie die Reise auch tatsächlich antreten.

Die Gründe, warum die Menschen nicht in die Türkei reisen wollen, seien zwar vor allem Angst vor Terroranschlägen und die ungewisse Lage nach dem gescheiterten Putschversuch, aber immer mehr auch moralische Gründe, sagt Andreas Braun, Inhaber des Reisebüros Braun in Treysa. Wegen der Menschenrechtslage seien Menschen zunehmend abgeschreckt, ihren Urlaub dort zu verbringen. Stattdessen entschieden sie sich eher für Spanien und Griechenland, aber auch Bulgarien habe derzeit eine kleine Renaissance zu verzeichnen.

Weniger deutlich spürte Pedro da Silva, Inhaber des Reiselands in Fritzlar, die Stornierungen von Türkeireisen. „Nahezu all unsere Kunden, die einen Urlaub in der Türkei gebucht haben, traten die Reise auch tatsächlich an. Dabei hätten sie die Reise auch kostenlos stornieren können“, so da Silva. Allerdings sei die Nachfrage nach Reisen in die Türkei gewaltig zurückgegangen.

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Von Daniel Göbel

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