Versuchter Mord in neun Fällen

Auf unbestimmte Zeit in Psychatrie: Neukirchener Sexualstraftäter erneut verurteilt

Neukirchen. Der aus der Psychiatrie entlassene Sexualstraftäter, der vor drei Jahren in Wahlshausen und Neukirchen für Aufregung sorgte, ist wieder hinter Schloss und Riegel. 

Wegen versuchten Mordes in neun Fällen und versuchter Brandstiftung mit Todesfolge wurde der inzwischen 48-Jährige in diesem Sommer zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Untergebracht wurde er allerdings - und das erst einmal unbefristet - wieder in der forensischen Psychiatrie. Das bestätigen die Marburger Staatsanwaltschaft sowie das Landgericht in Marburg. Der Mann wurde schuldig gesprochen, Anfang des Jahres versucht zu haben, ein Mehrfamilienhaus in Neukirchen in Brand zu stecken (wir berichteten). Im Januar hatte der damals 47-Jährige im Keller eines Zwölf-Familienhauses in der Mörikestraße gezündelt. Der Aufmerksamkeit von Nachbarn ist es zu verdanken, dass niemand zu Schaden kam. 25 Bewohner hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Im Sommer 2013 musste der Sexualstraftäter wegen einer veränderten Rechtsprechung entlassen werden. „Wir hätten ihn von uns aus nicht entlassen“, sagte Roland Freese, ärztlicher Direktor der forensisch-psychiatrischen Ambulanz in Haina in einem HNA-Interview, und „schon gar nicht in diese Gegend“. Denn der Entlassene wurde zunächst in einer Wohnung im Oberaulaer Ortsteil Wahlshausen untergebracht. Nachdem es dort zu heftigen Protesten in der Bevölkerung kam, zog der Mann nach Neukirchen um. Auch in der Kleinstadt sorgte seine Anwesenheit für Unruhe. Eine Nachbarschaftsinitiative hatte erfolglos den Wegzug des Sexualstraftäters gefordert.

Polizei wie auch Staatsanwaltschaft bestätigen, dass der Mann bis zur erneuten Inhaftierung dem engmaschigem Überwachungs- und Betreuungssystem für rückfallgefährdete Sexualstraftäter unterlag.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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