Pfefferspray-Attacke auf Kater - Täter aus der Nachbarschaft?

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Siamkater Raziel

Rommershausen. Siamkater Raziel ist sehr zutraulich. Ohne Scheu sucht er die Nähe von Fremden. Genau das wurde der sechsjährigen Katze jetzt offenbar zum Verhängnis. Ein Unbekannter besprühte das Tier mit Pfefferspray. Die Halterin aus Rommershausen erstattete Anzeige.

Als Raphaela Metz ihren Kater am Samstagabend entdeckte, war sie schockiert. „Raziels Augen waren verdreht und entzündet. Er hatte Schaum vorm Mund“, erinnert sich die 34-Jährige. Sofort spürte auch sie, was dem Kater wiederfahren war. Die Dosis Pfefferspray, die das Tier in seinem Fell nach Hause trug, war so stark, dass auch Metz einen Reizhusten bekam.

Die Rommershäuserin rief sofort den Tierarzt Dr. Gunther Dorn in Leimsfeld an und fragte nach Rat. Nach Anweisung des Arztes wusch sie Raziel mehrmals und säuberte seine Augen mit Kamilletee. Auf Anraten der Tiernothilfe verständigte sie anschließend die Polizei.

Die Beamten, die nach Rommershausen kamen, wollten die Anzeige lieber vor der Haustür aufnehmen. Zu stark roch es in dem Haus noch nach dem aggressiven Spray.

Auf Nachfrage bei der Polizei in Schwalmstadt heißt es, dass es in Fällen von Tierquälerei oft nicht einfach sei, den Täter ausfindig zu machen. In der Regel sei es schwer, die Tat nachzuweisen. Vor zwei Jahren habe ein Mann mit dem Luftgewehr auf Katzen geschlossen, da habe man die Projektile als Beweismittel gehabt. Aber viele Fälle, so vermutet die Polizei, würden gar nicht erst angezeigt. „Ich finde es ein Unding, dass es Menschen gibt, die so mit Tieren umgehen. Der Kater tut doch niemandem etwas“, sagt Metz. Zum Rumstreunen ist ihrem Kater derzeit nicht zu Mute. Was die Halterin besonders entsetzt ist, dass der Täter in der Nachbarschaft wohnen muss. „Denn viel weiter entfernt sich Raziel nicht von seinem zu Hause“, sagt Metz.

Die Rommershäuserin hat die Öffentlichkeit gesucht, weil sie so auf Hinweise hofft. „Außerdem wollen wir die Haustierbesitzer im Dorf warnen. Diesmal war es Pfefferspray, das nächste Mal ist es vielleicht ein Knüppel.“ Es sei nicht der erste Fall von Tierquälerei in ihrem Ort. Zudem sind vor kurzem die vier Katzen einer Nachbarin verschwunden.

Wenn ein Tier in Folge einer einmaligen Misshandlung nicht umkommt, gilt dies oft nur als Ordnungswidrigkeit. Nur wenn es länger leidet oder dabei stirbt, ist es eine Straftat. Ist ein fremdes Tier betroffen, kann eine Anzeige wegen Sachbeschädigung erfolgen.

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