Dritter Abschnitt des Bahnradweges wurde freigegeben

Gute Laune unter Schirmen: Reinhold Tripp (ADFC), Dr. Gerald Näser, Karsten Schenk, Regine Müller, Winfried Becker und Volkmar Gerstein (ebenfalls ADFC, von links) bei der Eröffnung. Fotos:  Rose
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Gute Laune unter Schirmen: Reinhold Tripp (ADFC), Dr. Gerald Näser, Karsten Schenk, Regine Müller, Winfried Becker und Volkmar Gerstein (ebenfalls ADFC, von links) bei der Eröffnung.

Schwalmstadt. Der Wettergott meinte es am Sonntag nicht gut. Den ganzen Tag über regnete es in Strömen. Doch unterm Schirm gab es Grund zur Freude: Der dritte Abschnitt des Bahnradweges wurde am Vormittag freigeben.

Dazu waren nicht nur viele Kommunalpolitiker gekommen, sondern auch der leitende Ministerialrat Martin Weber sowie Volkmar Gerstein, Vorsizender des ADFC Hessen. Ganz Hartgesottene kamen im regentauglichen Radlerdress - zum Radspaß im Rotkäppchenland.

Unerschrocken: Robert Hellwig aus Ziegenhain.

Der Bahnradweg sei ein großer Gewinn für Freizeit und Erholung und die Region, erklärte Weber. Der finale 10,3 Kilometer lange Abschnitt schließe nun die Lücke des Rad- und Gehweges entlang der B 454. Bereits seit 2009 sind 25 Kilometer in Betrieb. Besonderen Wert habe man auf die Sicherheit gelegt, sagte Weber: „Er ist durchgängig drei Meter breit. Die Kreuzungen mit Straßen sind barrierefrei und ohne Pfosten oder Umlaufsperren gebaut.“

Der Radweg ist Bestandteil der so genannten „Mittelland-Route - D4“ und gehört zum deutschen Radfernwegenetz. Für den Tourismus stelle der Weg ein Pfund dar, mit dem man wuchern könne, sagte Bürgermeister Dr. Gerald Näser.

Eine erste Probefahrt wagten wenige: „Aber alle Stempelstationen sind besetzt“, betonte Heidrun Englisch, Geschäftsführerin beim Tourismusservice Rotkäppchenland. Einige Veranstaltungen wurden ins Trockene verlegt.

Mit Regenhaut: Diese Fahrerin war bestens geschützt.

Der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker radelte zusammen mit Philipp Näser sowie Doris und Thomas Keil unerschrocken die ersten Kilometer auf der neuen Asphaltdecke. In Ziegenhain gönnten sich die Vier ein wärmendes Getränk. Neugierig auf den Radweg war auch Robert Hellwig: Der Ziegenhainer war am Vormittag nach Neukirchen und wieder zurück nach Treysa geradelt. „Ich bin schon bei schlechterem Wetter gefahren“, sagte er. Mona Fischer vom gleichnamigen Fahrradgeschäft schätzte die Anzahl der gestarteten Radler in Treysa am späten Mittag auf 15. Leonora Duraka und Jochen Böttger von der Stadt Schwalmstadt harrten an der Stempelstation aus: „Vielleicht wird der Radspaß nach den Sommerferien wiederholt“, erklärte Böttger.

Günther Hermann, Abteilungsleiter Straße, Verkehrs- und Bauwesen im Hessischen Verkehrsministerium, sagte: „Der neue Bahnradweg erfüllt höchste Sicherheitsstandards und steht neben Radfahrern auch Fußgängern und Inlineskatern zur Verfügung.

Er bietet einen hohen Freizeit- und Erholungsweg und steigert die touristische Bedeutung der Region.“   Die Kosten des Bahnradweges betragen 11,2 Mio. Euro, davon entfallen rund drei Mio. Euro auf den 3. Bauabschnitt.   Der neue rund 10,3 Kilometer lange Abschnitt schließt die Lücke des bestehenden Rad- und Gehweges auf der stillgelegten Bahntrasse, so dass dieser nun auf einer Länge von rund 36 Kilometern durchgängig befahrbar ist. Etwa 25 Kilometer sind bereits seit September 2009 in Betrieb.  

Fotos von der Eröffnung

Dritter Abschnitt des Bahnradweges freigegeben

Der kombinierte Rad-/Gehweg verläuft abgesetzt von der B 454 und ist durchgängig drei Meter breit mit einer Deckschicht aus Asphaltbeton. Die Kreuzungen mit Straßen sind barrierefrei und ohne Pfosten oder Umlaufsperren gebaut.  

Der komplette Bahnradweg Schwalmstadt-Treysa bis Oberaula-Wahlshausen ist Bestandteil der Mittelland-Route – D 4 und gehört damit zum deutschen Radfernwegenetz. In Hessen verläuft die „Mittelland-Route – D 4“ ab Bad Laasphe (NRW) auf dem Hessischen Fernradweg R 2 über Biedenkopf, Marburg nach Neustadt, weiter im Wieratal nach Schwalmstadt-Treysa, von Treysa auf der ehemaligen Bahntrasse nach Oberaula-Wahlshausen, über Bad Hersfeld und Philippsthal (Werra) bis nach Vacha (Thüringen).