Schau im Museum der Schwalm widmet sich Matthäus Merian

Eine besondere Ausstellung: Werke des Kupferstechers Matthäus Merian, wie hier Marburg, sind zurzeit im Museum der Schwalm zu sehen. Foto:  Repro

Das Leben von Matthäus Merian begann 1593 in Basel und endete 1650 nach einem erfolgreichen Wirken als Verleger und Kupferstecher in Langenschwalbach: Ihm widmet das Museum der Schwalm seine aktuelle Ausstellung „Topographia Hassiae- die hessischen Festungen im Dreißigjährigen Krieg".

Merian ging als internationaler Verleger und Kupferstecher in die Geschichte ein. Überwiegend in Frankfurt fertigte er seine epochalen Landschafts- und Städte-Kupferstiche an, die seinerzeit die Welt staunen ließen. In seinem Gesamtwerk nehmen die Hessischen Festungen einen besonderen Platz ein und bezeugen herausragende Ortskenntnisse.

Als Merian starb, hinterließ er eine der bedeutendsten Bild- und Schriftquellen zur Frühen Neuzeit.

Persönliches Gotteserlebnis

Weniger bekannt ist, dass Merian sich als Naturwissenschaftler und außergewöhnlicher Künstler intensiv mit religiösen Fragen auseinandersetzte, wobei ihm weniger Dogmen, kirchliche Strukturen oder die Bibel selbst wichtig waren. Ihm ging es um ein intensives, sehr persönliches Gotteserlebnis. Geschichtsstudent Dennis Möller, der seit längerem zum Team des Museums gehört, hatte die Idee zur Ausstellung: Zusammen mit Katharina Knoch bereitete er die Schau vor. Sie zeigt eindrucksvoll das Wirken Merians, der unter anderem bei Jaques Callot in Nancy in die Lehre ging. „Von ihm übernahm er dessen Kupferstichtechnik - Rembrandt übrigens einige seiner Figuren - und hielt Verbindungen zu Gelehrten und Universitäten und bereiste die halbe Welt“, erläuterte Museumsleiter Konrad Nachtwey.

In seinem Hauptwerk - der Topographia Germaniae - zeigt er in 30 Bänden insgesamt 92 Landkarten, etwa 1500 Kupferstiche und 2200 Einzelansichten von Städten, kleinen Ortschaften, Schlössern, Burgen und Klöstern.

Merian illustrierte die Lutherbibel und gab eine Bilderbibel mit 159 Seiten zum Neuen wie zum Alten Testament in Deutsch und Latein heraus. „Sein Werk ist bis heute eine einzigartige Quelle“, würdigte Museumsleiter Nachtwey den Künstler. (sro) •

Die Ausstellung im Museum der Schwalm ist bis zum 31. Juli zu sehen

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