Luther-Ausstellung in Schrecksbach eröffnet

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Beim Rundgang: Bürgermeister Andreas Schultheis (links) ließ sich von Hans Merle, der die Ausstellung nach Schrecksbach geholt hat, Details der Geschichte erklären.

Schrecksbach. Am Sonntag wurde die Ausstellung "Luther und Europa" des Hessischen Staatsarchivs Marburg im Rathaus in Schrecksbach eröffnet.

Die Einführung hielt Historiker Dr. Dirk Richhardt. Er beantwortete auch Fragen der Besucher zur Reformation.

Auf 24 großformatigen Tafeln informieren Justa Carrasco und Reinhard Neebe über mittelalterliche Vorstellungswelten, den Thesenanschlag Luthers und seine Reise nach Worms. „Es könnte gut sein, dass Luther auch durch Schrecksbach gekommen ist und hier vielleicht etwas zu essen bekommen hat“, erzählte Bürgermeister Andreas Schultheis.

Martin Luther habe bei seiner Reise nach Worms sicher im Kloster in Alsfeld übernachtet, ergänzte Hans Merle, auf dessen Initiative die Ausstellung in Schrecksbach zu sehen ist.

Intensiv beleuchten die Ausstellungskuratoren die Rolle des fürstlichen Reformators Landgraf Philipp von Hessen. Philipp der Großmütige führte als einer der ersten Landesväter 1526 den neuen evangelischen Glauben in seinem Land ein und versuchte in den folgenden Jahren die Spaltung der europäischen Reformationsbewegungen zu überwinden. Er organisierte 1529 ein Treffen zwischen Luther und Zwingli in Marburg, doch konnten sich die beiden Reformatoren nicht auf eine einheitliche Sichtweise des Abendmahls einigen, so dass sich die Protestanten in zwei Lager spalteten: in Lutheraner und Reformierte.

Bei seinen Begegnungen mit wichtigen Herrschern und führenden Reformatoren agierte Philipp als Netzwerker und unterstützte die neue Glaubenslehre. Ein Themenbereich befasst sich mit der Ausbreitung der Reformation in Europa und zeigt die zahlreichen Verbindungen Philipps zu den Königshäusern und seine Rolle als „European Player“.

Zeigt 30 Originale aus seiner Sammlung: Traugott Heil bereichert die Ausstellung mit Werken aus Privatbesitz.

Europäische Dimension 

Die Ausstellungsmacher Carrasco und Neebe bezeichnen Hessen ausdrücklich als ein Kernland der Reformation. Die Ausstellung bietet sich nicht nur für Konfirmanden- und Schülergruppen an, sondern richtet sich an alle, die sich mit der bisher wenig beachteten europäischen Dimension der Reformation beschäftigen möchten. „Wir haben die Ausstellung jetzt organisiert, weil sie im nächsten Jahr zum 500. Bestehen des Thesenanschlags ausgebucht ist“, sagte Hans Merle, Vorsitzender des Zweigvereins Schwalm des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung ehrte Merle den Hobbyhistoriker Traugott Heil für seine 25-jährige Mitgliedschaft im Verein.

Heil überraschte die Besucher mit einer kleinen Ausstellung zur Geschichte der Ziegenhainer Festung. Er hatte 30 Originale aus drei Jahrhunderten aus seinem Privatbesitz zusammengestellt, die er zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigte.

Öffnungszeiten 

Die Ausstellung Luther und Europa kann noch bis zum 10. November im Rathaus Schrecksbach, Immichenhainer Straße 1, zu folgenden Zeiten besichtigt werden: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie montags und dienstags, 14 bis 15.30 Uhr, und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.

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