Bürgermeisterwahl Schwalmstadt: Unabhängiger Stefan Pinhard will es wieder wissen

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Da möchte er hinein: Stefan Pinhard ließ sich fürs HNA-Porträt von uns vor dem Treysaer Rathaus ablichten.

Schwalmsadt. In Schwalmstadt wird am Sonntag, 25. September, der Bürgermeister gewählt. Eine Stichwahl würde am 16. Oktober stattfinden. Wir stellen den Einzelbewerber Stefan Pinhard vor.

Marktplatz und Rathaus hat sich Stefan Pinhard als Kulisse fürs Pressefoto ausgesucht, die Familie lebt in Frankfurt, sodass ein Besuch zu Hause nicht möglich ist. „Aber meine Wurzeln sind hier“, sagt der 48-Jährige, „die Pinhards kommen immer wieder zurück“.

Nach der Wahl im Mai 2012 habe er sich ja mit den Worten verabschiedet, dass er Schwalmstadt im Auge behalten werde, „und das habe ich getan“.

Pinhard ist der Ansicht, dass fast alles noch so sei, wie es vor vier Jahren war. „Einiges Gutes wurde eingeleitet durch Dr. Näser, aber nun muss es weitergehen.“

Ein besonderes Augenmerk verdiene die demographische Entwicklung. 2012 sei er deswegen noch belächelt worden, doch mittlerweile sei die Bevölkerungszahl unter die 18 000-Einwohner-Marke gerutscht. Mit allen Mitteln müsse gegen das Schrumpfen der Einwohnerzahl vorgegangen werden, zum Beispiel, damit sich Teufelskreise wie geringerer Wasserverbrauch gleich höhere Wassergebühren in der Zukunft nicht noch weiter verschärfen.

Den wirtschaftlichen Motor in Gang halten will Pinhard als Bürgermeister. Begriffe wie Arbeitsplätze, Planungsrecht und Unternehmensstrukturen prägen das Gespräch. Kindergärten und Kulturangebote, Lebens- und Wohnwert einer Stadt - Pinhard sieht alle diese Vorzeichen im Endeffekt als Standortfaktoren. „Die Bevölkerung stimmt mit Füßen ab und zieht weg, wenn es nicht stimmt.“ Und: „Knappe Haushalte erfordern Kreativität.“

Es sei viel zu tun in Schwalmstadt, findet er. Die leere Schmelzau in Treysa („Kohl Autohaus“), der Chinapark in Ziegenhain und der Leerstand in der Treysaer Oberstadt sind für ihn nur einige neuralgische Punkte. Dafür gelte es Fördermittel zu heben. Pinhard betrachtet die Funktion eines Bürgermeisters wie die eines Geschäftsführers eines Unternehmens, „die Stadt als Konzern“. Er wolle „ehrliches, solides Verwaltungshandwerk anbieten“. Die Umsetzung der Beschlüsse des Stadtparlaments könne nur so gut sein, wie die Geschäftsführung.

Mit einer politischen Färbung habe er nichts zu tun, antwortet Pinhard auf die Frage nach einer Parteizugehörigkeit, bloß in den 80er Jahren sei er in der Jungen Union gewesen. Für einen Verwaltungschef sollte eine Parteipolitik sowieso keine Rolle spielen, findet Pinhard. Es bedürfe der Planung und Organisation, um Kostensteigerungen in allen Bereichen zu vermeiden. Auch er begreife sich als Gestalter, aber „alles was gestaltet wird, muss auch verwaltet werden“.

Zur Person

Stefan Pinhard ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn (10). Er kandidiert nach 2012 zum zweiten Mal, wieder als unabhängiger Bewerber. Geboren wurde er in Kassel, kam jedoch schon als Kleinkind nach Treysa, woher sein Vater stammt. Nach dem Abitur am Schwalmgymnasium wurde er in allen Abteilungen bei der Stadt Schwalmstadt zum Verwaltungsfachangestellten ausgebildet. Bei der Bundesvermögensverwaltung in Frankfurt/M. wurde er Beamter auf Lebenszeit und absolvierte ein Studium zum Diplom Finanzwirt (FH), bevor er in die freie Wirtschaft wechselte, wo er für eine große deutsche Verkehrsgesellschaft arbeitete. 2005 wurde er selbstständiger Immobiliensachverständiger und drückte noch einmal die Hochschulbank. Heute berät er Unternehmen und Kommunen in Grundstücksfragen und ist bei der Stadt Hanau auf einer halben Stelle zuständig für Vorverkaufsrechte und städtische Bewertungen. Die Familie lebt in Frankfurt.

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