Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck will Bürgermeister werden

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Lieblingsplatz: Detlef und Petra Schwierzeck in ihrem Wintergarten mit herrlichem Blick über Treysa Altstadt.

Schwalmstadt. Über die Dächer der Altstadt von Treysa schweift Detlef Schwierzecks Blick, wenn er auf der Terrasse seines Hauses am Schwalmberg sitzt, sein Lieblingsplatz im Sommer.

Unter ihm liegt dann der Garten, den er hegt und pflegt und er hat, wie auch vom Wintergarten aus, den Obelisken im Blick, den ihm Freunde im Juni zum 60. schenkten.

Aber das traute Heim ist für ihn nicht alles. Längst ist aus einem der beiden einstigen Jugendzimmer seiner Kinder ein Arbeitszimmer mit vielen Regalen und Unterlagen geworden. „Zur SPD kam ich damals, um mich für Menschen einzusetzen, die nicht auf Rosen gebettet sind.“

Schritt für Schritt wuchs er seit den späten 80er Jahren in die Kommunalpolitik hinein. „Das Miteinander ist das Wichtigste, die Stadt Schwalmstadt gehört uns allen.“ Den Einsatz fürs Ehrenamt nennt er vordringlich wichtig. Wie es ist an der Verwaltungsspitze, hat der Erste Stadtrat in den vergangenen eineinhalb Jahren erfahren, Stichwort Sieben-Tage-Woche.

Lebenswert steigern

Die Entwicklung der Gewerbegebiete nehme derzeit breiten Raum in der Arbeit ein, Infrastruktur, Ansiedlung, Arbeitsplätze und Gewerbesteuern, das gehöre natürlich alles eng zusammen. Und eine Stadt müsse beständig an ihrem Lebenswert feilen, damit die Menschen bleiben oder möglichst hinzukommen, meint Schwierzeck. Es brauche Schwimmbäder, Kultur, Kitas, Seniorenarbeit.

Die Mitarbeit vieler in den diversen Gremien vom Jugendparlament bis zum Seniorenbeirat sei dabei wichtig, „ich will alle einbeziehen“.

Nicht nur meckern, sondern das Positive auch wahrnehmen - das wünscht sich der Kandidat und verweist auf Sanierungprojekte wie den Kirch- und den Paradeplatz, „und die Bahnhofstraße wird wunderschön“. Für Lebensqualität und Zukunftssicherung müsse man Geld in die Hand nehmen, das sei im öffentlichen Leben nicht anders als zu Hause.

Schuldenstand

Die Schuldensituation Schwalmstadts - von fast 100 Mio. Euro stehen 74 Mio. Euro auf die Stadtwerke - bewertet Schwierzeck nicht sehr pessimistisch, schließlich gebe es ein Gegenkapital in Gestalt der Investitionen, die Stadt sei bei den Fördermitteln früh und erfolgreich am Start gewesen.

Dass man an der Spitze einer solchen Stadt mit Belastungen fertig werden muss, ist dem 60-Jährigen bewusst. Von Ehefrau Petra, der ganzen Familie und dem Kreis guter Freunde könne er den nötigen Rückhalt, aber auch angemessene Kritik erwarten und annehmen.

Und dann ist da ja auch noch der wunderschöne Garten mit vielen Blumen, Gemüse und dem Blick über die Dächer von Alttreysa, den Detlef Schwierzeck liebevoll pflegt und in dem er am besten ausspannen kann.

Zur Person

Detlef Schwierzeck ist 60 Jahre alt, verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und zwei Enkel. Seit dem Alter von zwölf Jahren lebt er in Treysa. Als erstes lernte er das Bäckerhandwerk, nach Gesellen- und Wehrdienstzeit begann er eine Ausbildung zum Arbeitserzieher und -therapeuten an einer Fachschule in Baden Württemberg. Seit seinem Anerkennungsjahr 1982 bei der Hephata Diakonie ist er dort beschäftigt, zuletzt als Leiter einer Werkstatt für psychisch Kranke. 1987 trat er in die SPD ein, sechs Jahre später wurde er Ortsbeirat, dann Ortsvorsteher und Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. 2001 wurde er in den Magistrat gewählt, wo er derzeit in der zweiten Legislatur Erster Stadtrat ist. Im Mai 2015 hatte er als Vertreter des Bürgermeisters die Amtsgeschäfte zunächst in Teilzeit übernommen, seit der Kommunalwahl ist er dafür in Hephata vollständig freigestellt.

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