Rathauschef: Fast grob fahrlässiges Planverfahren

Fritzlars Bürgermeister gegen Stromtrasse Suedlink

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Schwalm-Eder. Der Widerstand gegen die künftige Stromautobahn Suedlink wächst immer weiter. Die in der Arbeitsgemeinschaft Nord des Hessischen Städtetags zusammengeschlossenen Kommunen haben sich deutlich gegen die 600 Kilometer lange Gleichstrom-Leitung positioniert

„Wir stellen grundsätzlich den Sinn des Projekts in Frage“, erklärt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat auf HNA-Nachfrage. Fritzlar gehört ebenso wie Gudensberg, Melsungen, Homberg, Borken, Felsberg und Schwalmstadt, Eschwege, Frankenberg, Gersfeld, Hünfeld, Korbach zur AG Nord.

„Es handelt sich um eine Stromautobahn, bei der zwischendrin weder Strom eingespeist noch abgenommen werden kann“, so Spogat weiter. Das Planverfahren könne fast als „grob fahrlässig“ bezeichnet werden. Ein grundsätzlicher Verzicht oder die Umplanung auf eine behutsamere Trassenführung sei das Ziel der gemeinsamen Bemühungen. Entlang der geplanten Strecke gebe es Wohnbebauung und Schutzgebiete. Daher forderten die Bürgermeister die Offenlegung aller Planungsunterlagen.

Der Eschwerger Bürgermeister Alexander Heppe (CDU) ist der Vorsitzende der AG Nord. „Wir streiten für eine wirtschaftlich tragfähige dezentrale Energieversorgung.“

Die seit Jahren geplante Suedlink-Trasse soll den in Norddeutschland zu weiten Teilen aus Hochsee-Windenergieanlagen gewonnenen Strom nach Süddeutschland transportieren. Heppe: „Die nordhessische Bevölkerung soll dafür herhalten, dass die im Süden abgebaute Atomkraft durch zentral im Meer gewonnene Windkraft ersetzt wird. Wir dagegen wollen die Energiewende mittels dezentral gewonnenem Strom durchsetzen.“ Gemeinsam fordern die Bürgermeister Hessens Energieminster Tarek Al-Wazir (Grüne) auf, sich dafür einzusetzen. (may)

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