Munition aus Zweitem Weltkrieg

Hochexplosives im Wallgraben: Nun soll er durchsiebt werden

Gesperrt: Der Wallgraben in Ziegenhain ist seit vielen Jahren wegen gefährlicher Munitionsfunde gesperrt. Foto: Grede

Ziegenhain. Der Ziegenhainer Wallgraben birgt Hochexplosives. Experten beschäftigen sich damit, wie sich die Beseitigung der Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gestalten könnte.

Aus dem Justizministerium, mit der JVA als Anlieger Eigentümer des Gewässers, kommen nun positive Nachrichten. Im aktuellen Landeshaushalt stehen 10,9 Millionen Euro für die Kampfmittelbeseitigung bereit.

Sichtbar wird davon in Ziegenhain trotzdem erstmal nichts, obwohl am Projekt Wallgraben in Wiesbaden gleich zwei Ministerien am Wirken sind. Die Justiz habe ihre Hausaufgaben erledigt, erklärt Justizministerin Eva Kühne-Hörmann: „Jetzt warten wir ebenso auf den Beginn der Bauarbeiten wie die Anwohner in Schwalmstadt.“ Aus Sicht der Ministerin ist nun das Fininanzministerium mit seinem Baumanagement am Zuge, denn diese Behörde sei für „die Durchführung des Projekts verantwortlich“.

Dort warten die Planer mit neuen Ideen für die Kampfmittelräumung auf. Derzeit wird geprüft, ob ein neues Verfahren die sehr kostenintensive Entschlammung des Wallgrabens ersparen könnte. Denn nicht nur die Menge des Schlamms ist ein Problem, auch seine natürliche Konsistenz ist brisant: So lange er im Wasser ist, ist er harmlos. Wenn er allerdings mit Sauerstoff reagiert, wird er zu Sondermüll. Und den will die ursprünglich für die Abfallentsorgung vorgesehene Deponie nicht aufnehmen.

Die neuen Überlegungen sehen vor, dass die Kampfmittel - Granaten, Panzerminen, Gewehr- und Eierhandgranaten und Panzerfäuste - noch unter Wasser aus dem Schlamm gesiebt werden. Das soll mit einem Bagger geschehen, der mit einer speziellen Schaufel ausgestattet ist. Die ausgesiebten Feststoffe werden aus dem Wasser genommen und vom Kampfmittelräumdienst überprüft. Aus Sicht der Experten ist das Verfahren nicht nur kostengünstiger, sondern bietet weitere Vorteile. Ein wesentlicher ist auch der Sicherheitsaspekt, den auch der Kampfmittelräumdienst befürwortet: Ungeplante Detonationen haben unter Wasser eine geringere Wirkung.

Einen genauen Zeitplan gibt es nicht, denn dieses neue Verfahren muss wie die ursprünglich angedachten erst die Behördenschreibtische überwinden. Derzeit erfolgt durch einen Biologen die Erfassung von Flora und Fauna bis über die Frühjahrsphase. Erst dann könne das Verfahren beurteilt werden, heißt es aus Wiesbaden.

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