Ausbau der Windenergie in unserer Region

HNA-Redaktionsgespräch: Windkraft erzeugt viele Ängste

Diskutierten beim HNA-Redaktionsgespräch über Windkraft: von links Daniel Göbel (HNA), Dr. Brigitte Buhse (Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll), Isatu Hirche (Abicon), Björn Diehl und Jochen Friedrich (Bürgerinitiative Zella), Johannes Rudolph (EAM Natur) und Anne Quehl (HNA). Foto: Grede

Schwalm. Über den Ausbau der Windenergie in unserer Region diskutierten im HNA-Redaktionsgespräch Dr. Brigitte Buhse (Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll), Isatu Hirche (Firma Abicon), Johannes Rudolph (EAM Natur), Björn Diehl und Jochen Friedrich (Bürgerinitiative Zella).

Netzausbau 

Björn Diehl äußerte die Kritik, dass beim Ausbau der Windenergie nicht berücksichtigt werde, dass die Netze, um den Strom transportieren zu können, noch überhaupt nicht vorhanden seien.

Dem wollte Diplom-Ingenieur Johannes Rudolph nicht widersprechen: „Natürlich sind noch nicht alle Netze vorhanden. Deshalb wird momentan die Anstrengung unternommen, diese auszubauen. Mit dem Ausbau der Windkraft speziell in unserer Region hat das aber eher wenig zu tun. Denn hier sind die Netze durchaus vorhanden“, so Rudolph.

Leistungsstärke 

Als weiteren Kritikpunkt an dem Windkraftausbau merkte Diehl an, dass die Leistung der Anlagen nicht im Verhältnis zum Ausbau stehe, da Anlagen maximal eine Leistung von 3 Megawatt erbringen.

Das wollten die übrigen Gesprächsteilnehmer so nicht stehen lassen. Schließlich sei doch logisch, dass eine Windkraftanlage nicht permanent auf Maximalleistung laufen könne, so Isatu Hirche.

Dr. Brigitte Buhse merkte an, dass man die Windenergie nicht losgelöst von anderen regenerativen Energiequellen wie Photovoltaik und Biomasse betrachten sollte, die immerhin zusammen einen Anteil von mehr als 30 Prozent zur Stromproduktion beitragen würden.

Wirtschaftlichkeit 

Die Behauptung, die Windanlagen seien unwirtschaftlich, sei für sie nicht nachvollziehbar, machte Brigitte Buhse weiter deutlich. Eine sorgfältige Berechnung während der Planungszeit habe für die Energiegenossenschaft oberste Priorität. Das unterstrich auch Isatu Hirche: „Wenn Windräder wirklich so unrentabel wären, dann gäbe es ja nicht so viele Investoren.“

Mangelnde Transparenz 

Die Informationen für die Öffentlichkeit bei der Entstehung von Windparks seien von mangelhafter Transparenz geprägt, kritisierte die Bürgerinitiative danach. Als Beispiel nannte Diehl die in seinen Augen schlechte Informationspolitik seitens der Gemeinde Willingshausen im Zuge des Windparkbaus auf der Wüstung Wernersdorf, der wegen schützenswerter Vogelarten nun doch noch gekippt werden könnte. Johannes Rudolph sieht dabei die Projektierer klar in der Pflicht: „Es ist nicht unbedingt Sache der Gemeinde, über den Bau von Windanlagen zu informieren. Die Projektierer-Firmen sind dafür zuständig. Je nach Firma gelinge das mal besser, mal schlechter.

Lärm und Schlagschatten 

Björn Diehl beschrieb die Bedeutung der Windkraft für die Region aus Sicht von Anwohnern. Seiner Meinung nach schränken Windräder die Lebensqualität ein, da sie auch aus einem Kilometer Entfernung akustisch noch deutlich wahrnehmbar seien. Ähnlich sei die Belastung durch Schlagschatten. Dem entgegnete Rudolph, dass Lärm und Schlagschatten sehr subjektiv wahrgenommen würden und Menschen, die in Städten leben, ähnlichen oder stärkeren Geräuschen ausgesetzt sind.

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