Joseph Nadenau geht als Schulleiter der Eckhard-Vonholdt-Schule in Ruhestand

Immer neugierig bleiben

Ein Globetrotter-Pädagoge: Joseph Nadenau (63), der Ende des Monats in Treysa verabschiedet wird, unterrichtete unter anderem in Mexiko City und Saudi Arabien. Foto: Rose

Joseph Nadenau wird als Schulleiter verabschiedet.

Treysa. Joseph Nadenau versteht nicht nur Öcher Platt - so wird der Dialekt der Gegend um Aachen genannt - sondern mittlerweile auch die Schwälmer: Und das ist auch kein Wunder, schließlich war der 63-Jährige zehn Jahre lang Leiter der Eckhard-Vonholdt-Schule in Treysa. Ende Januar beginnt sein Ruhestand. In Sprachen kennt sich Nadenau aus, denn er spricht zudem fließend Spanisch.

Denn vor seiner Aufgabe in der Schwalm war der gebürtige Aachener längere Zeit in entlegenen Winkeln der Erde zuhause. Als Lehrer zog es ihn und seine Frau immer wieder in die Ferne. „Meine Frau - eine Nordhessin - habe ich in Mexiko City kennen gelernt, dort haben wir auch geheiratet und die Tochter kam zur Welt“, erzählt er.

Nach dem Studium arbeitete Nadenau acht Jahre lang an der Deutschen Schule. 1989 zog die Familie zurück nach Deutschland, wo der Pädagoge 1990 die Schulleitung in Zimmersrode übernahm. Drei Jahre später packten Nadenaus abermals die Koffer, diesmal ging es in den Nahen Osten, nach Saudi Arabien, wo das Paar wiederum an einer deutschen Schule unterrichtete.

„Ich hätte mir nicht vorstellen können, 40 Jahre in ein und dasselbe Lehrerzimmer zu laufen.“

Die nächste berufliche Etappe sollte ab 1995 die Schule in Frielendorf sein. „Mit Sack und Pack ging es 1999 nach Guatemala“, erzählt Nadenau. Ende 2003 hieß das Ziel wieder Deutschland: Der Aachener übernahm eine Stelle an der Grundschule Ziegenhain, 2006 wechselte Nadenau an die Eckhard-Vonholdt-Schule in Treysa. „Als Schulleiter lernte ich zunächst ein reifes Kollegium kennen, was sich aber in den vergangenen zehn Jahren sehr verjüngt hat.“

Lehrer, aber auch Eltern - es gibt einen Förderverein - hätten sich nach Kräften beim Ausbau des Ganztagsangebotes eingebracht. „Auch die Stadt hat uns immer unterstützt - und nicht nur mit guten Worten“, erklärt Nadenau zufrieden. Durch die Zusammenlegung kleiner Schulen ergab sich zusätzlich die Verwaltung der Grundschule Wiera, mittlerweile geschlossen, und des Standorts in Allendorf/Landsburg. Im Ausland sei das Lehren und Arbeiten anders, sagt Nadenau: „Dort sind Sie Regierungspräsident, Kultusminister und Klassenlehrer in einer Person.“ Im innerdeutschen Schuldienst sei das so nicht möglich.

„Wenn du raus gehst, ist ja auch klar, dass du wieder ins Land zurück kommst, ich hatte keine Integrationsprobleme“, erklärt der 63-Jährige pragmatisch. „Ich hätte mir nicht vorstellen können, 40 Jahre in ein und dasselbe Lehrerzimmer zu laufen.“

Zuhause übernehme er jetzt die Rolle des Hausmanns: „Meine Frau arbeitet noch ein paar Jahre, danach können wir endlich auch außerhalb der Ferien verreisen.“ Hobbys habe er keine, grinst Nadenau verschmitzt. „Ich koche gern. Aber zum reinen Selbstzweck. Essen muss man ja was.“

Für kulturelle Vielfalt

Mit der Entwicklung der Schule sei er recht zufrieden: „Schule hat sich zu jeder Zeit weiter entwickelt. Aber ich habe in meiner ganzen Dienstzeit den Humor nie verloren“, erklärt der 63-jährige Wahl-Homberger. Genossen habe er in seinem Berufs- und Privatleben immer besonders kulturelle Vielfalt. „Ich bin froh um jedes Kind, das neue kulturelle Impulse mit einbringt“, sagt er.

Das Reisen und Kennenlernen werde deshalb nach der Schule die größte Freude bleiben. „Ich bin immer noch neugierig.“ (zsr)

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