Einsatz im täglichen Lieferverkehr

Komplett ohne Diesel: Schwalmstädter Firma Heidelmann testet Elektro-Lkw

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Ab nächstem Jahr wird die Spedition Heidelmann einen Lkw testen, der rein elektronisch angetrieben wird: Auf dem Bild von links Daniel Ebel, Max Wildermuth, Jan Balzer, Till Bischoff und Christian Bischoff.

Ziegenhain. „Elektromobilität von schweren E-Lkw“ ist ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Fulda. Die Firma Heidelmann testet ab 2017 einen Elektro-Lkw im täglichen Lieferverkehr.

Was bei Privathaushalten längst funktioniert, soll nun auch im gewerblichen Bereich Fuß fassen: die Nutzung von Elektromobilität. Zukunftsweisend ist dabei ein Projekt, an dem die Ziegenhainer Spedition Heidelmann beteiligt ist. Ab Frühjahr kommenden Jahres wird das Team um die Brüder Till und Christian Bischoff nämlich erstmals einen Lkw testen, der komplett ohne Diesel auskommen soll.

Rein elektrisch angetrieben, wird die Alltagstauglichkeit eines solchen Fahrzeugs für die Belieferung im Stadtverkehr getestet. 2012 stellte Max Wildermuth während seines dualen Studiums den Kontakt zwischen der Hochschule in Fulda und seinem Schwalmstädter Arbeitgeber her. Während seines Studiums und vertiefend in seiner Bachelorarbeit, beschäftigte er sich mit der Thematik des Projekts. Fünf Jahre später soll nun im kommenden Frühjahr die Umsetzung der Theorien konkret mit einem Elektro-Lkw getestet werden.

Verkaufsleiter Till Bischoff erklärt die Effizienz der neuen Technik: „Das Fahrzeug hat die größte Reichweite, wenn häufig gebremst wird, deshalb bietet es sich besonders für Belieferungen von Kunden in Marburg und Kassel im Stadtgebiet an.“

Fehlende Ladestationen

Kompliziert sieht Bischoff die Situation bei den Kunden während der Belieferung. Denn ideal wäre es, wenn es vor Ort Ladestationen geben würde, um noch effizienter arbeiten zu können.

Speditionsleiter Daniel Ebel sagte, dass man vor allem großes Interesse daran habe, die Bevölkerung von der neue Technik zu begeistern. Denn er sieht nicht nur den Vorteil für Speditionen und Kunden, sondern auch für Dritte: „Anwohner von Supermärkten profitieren ebenfalls von der neuen Technik, denn die Lkw sind deutlich leiser als reine Dieselfahrzeuge.“

Über mehrere Semester hat sich Jan Balzer ebenfalls während seines Dualen Studiums mit der wissenschaftlichen Vorbereitung des Projekts beschäftigt und freut sich sehr auf die Umsetzung: „Es ist spannend zu sehen, was man theoretisch gelernt und erarbeitet hat und wie sich diese Arbeit in der Realität umsetzen lässt.“

Das Familienunternehmen ist stolz an dem Projekt teilnehmen zu dürfen. Als mittelständisches Unternehmen sei es laut Till Bischoff eine Chance in wirtschaftliche Bereiche vorzudringen, die sonst nur von internationalen Großunternehmen beherrscht werden.

Von Philipp Schwehm

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