Mert Eray aus Treysa macht sich als Discjockey einen Namen

+
Ohne Platten und Kopfhörer geht es nicht: Mert Eray, der als DJ Merto Musik auflegt, aus Treysa.

Treysa. Als Mert Eray zum ersten Mal in seinem Leben eine Disco betrat, legte der Frankfurter Discjockey Ray-D bei einer Party gerade das Lied „Hustlers Anthem" von Rapper Busta Rhymes auf.

Die Leute tanzten, der Übergang war fließend. Eray sah das und wollte fortan das Gleiche tun, was dieser Mann macht: Die Leute mit Musik begeistern.

Für Rapmusik hatte sich Eray, der heute als DJ Merto auftritt, schon vorher interessiert, fürs Feierngehen nicht. In die Treysaer Diskothek Hazienda, die sein Vater betrieb, nahm dieser ihn eines Abends mit. „‘Guck mal, wo Papa arbeitet’, waren in etwa die Worte meines Vaters“, sagt Eray. Wenig später zogen ihn der Club, die Musik und die Feiernden in ihren Bann.

Nach dem Abend recherchierte der Jugendliche im Internet, lernte das Mixen am Computer mit Videos aus dem Internet. Dann kaufte er sich von seinem Ersparten zwei Plattenspieler, einen DJ-Mixer, Kopfhörer, einen Laptop und übte. Täglich zwei bis drei Stunden wie er heute sagt. Bald legte er regelmäßig in der Hazienda auf, heute spielt der 21-Jährige auch auf Partys in Gießen, Kassel oder Marburg.

Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn als Discjockey war ein Auftritt im Gießener Club Admiral bei Ray-Ds Geburtstagsfeier. Eray dachte, dass er besonders früh oder spät auflegen soll, doch dann überließ ihm DJ Ray-D zur besten Clubzeit von zwei bis drei Uhr nachts die Plattenteller: „Erst haben meine Hände gezittert aber als die ersten beiden Übergänge geklappt haben, lief es super.“ Ein weiteres Erlebnis war ein Auftritt vor 3000 Tänzern am Borkener See Stockelache. Dort spielte er im Programm von Planet Radios DJ Jellin.

Am liebsten legt der ehemalige Schwalmgymnasiast Hip-Hop, Reggae und Dancehall auf. Weil das DJing momentan nur ein Hobby ist, studiert er in Kassel Wirtschaftsrecht. Das Auflegen irgendwann zum Hauptberuf machen zu können, wäre ein Traum für ihn. Doch neben dem Studium raubt auch das Fußballspielen Zeit, es ist die zweite Leidenschaft von Eray: „Vor Auftritten frische ich mein Können nochmal auf, aber im Prinzip ist das DJing wie Radfahren - das verlernt man nicht.“ Deshalb übe er hauptsächlich neue Techniken. Sowieso sieht er sich eher als Club-DJ: „Klar sind mir die technischen Fähigkeiten wichtig aber im Fokus steht doch, dass die Leute Spaß an der Musik haben und tanzen“.

DJing - Ein kompliziertes Berufsbild 

Die Arbeit als Discjockey hat nichts mit einem einfachen Leben zu tun, wie Außenstehende vermuten könnten. In der Tat benötigt ein DJ keinen Schulabschluss. Eine Ausbildung gibt es in Deutschland ebenfalls nicht. Theoretisch reichen ein Laptop und Musik aus. Doch für die große Karriere muss man schon mehr vorweisen. A-Trak, der wohl beste DJ der Welt, gewann schon mit 15 Jahren eine Weltmeisterschaft, vier weitere folgten. Er war Tour-DJ von Rapstar Kanye West, gründete eine Plattenfirma und landete als „Duck Sauce“ 2010 den Welthit „Barbra Streisand“. In solchen Erfolgen stecken viel Arbeit, unzählige durchgearbeitete Nächte und Wochenenden sowie die Abhängigkeit von Clubbetreibern.

Termin: Den nächsten Auftritt hat DJ Merto am Mittwoch im “Till Dawn“ in Marburg.

• Kontakt und Musik: www.facebook.com/djmerto

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.