Mode aus zweiter Hand

Allerhand in Ziegenhain: Selbstversuch im Secondhandladen

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Unsere Autorin Christiane Decker hat ein komplettes Outfit für weniger als 30 Euro gefunden.

Ziegenhain. Als im Sommer der Secondhandladen Allerhand des Evangelischen Kirchenkreises eröffnete, sollte es ein Angebot für Bedürftige und Flüchtlinge sein.

Mittlerweile bietet der Laden seine Waren für alle an. Wir probierten es aus:

Als ich das Geschäft betrete und sage, dass ich für die HNA Schwälmer Allgemeine testen möchte, ob und zu welchem Preis ich mich mit ihrem Angebot komplett in meinem Stil einkleiden kann, sind die ehrenamtlichen Verkäuferinnen entzückt. „Das schaffen wir“, ist sich Petra Scholz sicher und begutachtet mich. „Sie mögen Orange und Brauntöne stehen Ihnen“, sagt sie.

Die Auswahl 

Kaum habe ich den Ehrenamtlichen meine Schuh- und Kleidergröße verraten, verschwinden sie zwischen den Regalen. Keine fünf Minuten später habe ich drei Hosen in der Hand, ein buntes langärmliges T-Shirt und eine orange Bluse. Bevor ich in der Umkleidekabine verschwinden kann, bekomme ich noch einen braunen Wildledermantel mit passendem Schal angereicht.

Eine Hose und das T-Shirt passen perfekt, die Bluse ist zu groß und der Mantel fühlt sich an, als gehöre er schon immer zu mir. Vor dem Spiegel finde ich das T-Shirt doch zu bunt für mich, eine Minute später habe ich einen einfarbigen orangen Pulli in der Hand. Ein Griff in das Schuhregal und ich finde ein paar handgenähte braune Lederstiefeletten, die sich wunderbar an meine Füße anschmiegen.

Die Accessoires 

So angezogen stehe ich wieder vor dem Spiegel. „Jetzt fehlt nur noch eine Tasche“, meint Christel Gerstmann. Ein kleines knalloranges Täschchen ist für mich zu unpraktisch, denn meine Kamera ist dafür zu groß, die nächste ist etwas unhandlich, aber die dritte hat genau die richtige Größe. Zu guter Letzt bekomme ich noch ein Paar Handschuhe und eine Kette. Jetzt bin ich komplett neu eingekleidet und fühle mich in der Kleidung sehr wohl.

Der Preis 

Als ich mit den Schuhen, der Hose, dem Pullover, dem Ledermantel, dem Schal, den Handschuhen, der Kette und der Handtasche zur Kasse gehe, bin ich gespannt, wie teuer dieser Einkauf ist. Ich staune, denn ich soll für alles nur 27,50 Euro bezahlen.

Ist im Allerhand auch schnell fündig geworden: Mahi Akrami aus dem Iran hat sich für ein paar Euro schick neu eingekleidet.

Neben mir steht Mahi Akrami, eine junge iranischeFlüchtlingsfrau, die sich ebenfalls sehr schick neu eingekleidet hat. „Wir nehmen von allen dieselben Preise, aber wer möchte, darf noch etwas zusätzlich spenden“, sagt Petra Scholz zu mir und zeigt auf ein dickes Sparschwein neben der Kasse. „Die Öffnung des Ladens für alle Kunden sorgt für ein bunt gemischtes Publikum“, erzählt Daniel Helwig, Ehrenamtskoordinator des Kirchenkreises. Rund 20 Ehrenamtliche teilen sich die Arbeit im Laden, sie werden von dem Syrer Yourkey Alber unterstützt, der als Bundesfreiwilliger angestellt ist. Ein kleines Begegnungscafé ergänzt das Geschäft. „Die Herzlichkeit der Mitarbeiter ist unser Erfolgsrezept“, sagt Helwig.

Nächste Aktion: Am Donnerstag, 3. November, ist ein Apfeltag mit Kuchen und Saft geplant.

Allerhand: Steinweg 32 in Ziegenhain, schräg gegenüber der katholischen Kirche, dienstags und donnerstags von 10 bis 18 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr. In dieser Zeit werden auch Sachspenden angenommen.

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