Ohren auf großer Reise

Klingende Gläser: Das Theater 3 Hasen – die Schauspieler Silvia Pahl und Klaus Wilmanns – brachte den jungen Zuschauern nicht nur Musik näher, sondern auch vielschichtige Geräusche. Fotos:  Rose

Ziegenhain. Wenn Hände brummen, Nasen hupen und Arme klingeln, dann gehen Ohren auf Reisen: Am Mittwoch waren Kinder aus den Kindergärten Schrecksbach und Am Alleeplatz in Ziegenhain Mitreisende und Orchestermusiker gleichzeitig.

Sie erlebten das Stück „painting songs" mit Silvia Pahl und Klaus Wilmanns vom Theater „3 hasen oben". Die Schauspieler zeigen das Bühnenwerk in der Ziegenhainer Kulturhalle an drei Tagen dieser Woche.

Experiementell und überaus fantasievoll nahmen die Schauspieler Kinder ab zwei Jahren mit ins Geschehen: Mal leise, mal laut, mal übermütig, dann wieder ganz zaghaft nutzten sie nicht nur ihre Instrumente als Resonanzkörper, sondern vor allem ihren eigenen Körper.

Anfangs noch zurückhaltend lernten die Akteure kennen, mit welchen Körperteilen sie in Interaktion treten können. Aus dem Klatschen auf Beine, Po, Arme und Bauch ergab sich alsbald ein Song für den Augenblick. Die Kinder erfuhren, welche Geräusche ein Raum singen kann - und lauschten gebannt, wie es klingt, wenn man ins Mikrofon ploppt, schnalzt und pfeift. Auch den Gegenständen entlockte das Schauspiel-Duo manch wundersamen Klang: Da riss Papier und knirschte beim Knäulen. Da sangen Gläser gar lieblich, als die Finger der beiden zart über den Rand strichen. Die jungen Zuschauer konnten kaum ihren Blick von der Bühne wenden, probierten sich aber im Geräuschemachen auch eifrig selbst aus.

Musik beginnt im Kleinen

Geschrieben hat das Werk Regisseur Raphael Kassner. Seine Intension: „Den Kindern große Ohren machen.“ Dabei war der Darmstädter überrascht, wie kreativ die Kinder reagierten. „Das konnte ich so nicht erwarten, war aber toll, zu sehen.“ Die Idee des Theatermachers war bei diesem Stück in erster Linie zu zeigen, aufmerksamer durch die Welt zu gehen. „Ich möchte vermitteln, was Musik noch alles sein kann“, erklärte er. Musik beginne oft im Kleinen, eben mit einem Geräusch. „Und das ist ganz leicht mit dem eigenen Körper zu schaffen“, verdeutlichte Kassner. Das 35-minütige Stück zog letztlich nicht nur die Kinder in seinen Bann: Auch die Erwachsenen lauschten fasziniert, aber stiller. Schlussendlich endete das Stück im imposanten und fröhlichen Orchesterwerk: Pahl und Wilmanns produzierte Geräusche - Kontrabass, Harmonika, Hupe und Stimme - mischten sich mit den Klängen allerlei Rhythmusinstrumente, die die Kinder mit großer Freude ausprobierten.

Von Sandra Rose

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